Defektbeleg

Neuraxpharm räumt Engpass ein Carolin Bauer, 23.02.2016 13:58 Uhr

Berlin - Können Hersteller rabattierte Arzneimittel nicht liefern, drohen ihnen seitens der Krankenkasse Vertragsstrafen. Das Eingeständnis geben die Unternehmen nur ungern ab. Heunet etwa hatte einem Apotheker die Bestätigung verwehrt. Auch Neuraxpharm hatte sich zunächst gesträubt. Eine Apothekerin aus Rheinland-Pfalz hatte den Defektbeleg mehrfach telefonisch gefordert – und letztlich auf Nachdruck erhalten.

Kerstin Iversen wollte Anfang Februar einen Kunden mit Pipamperon Neuraxpharm 40 mg versorgen. Doch die Packung mit 50 Stück war weder von ihren Großhändlern Phoenix und Noweda noch vom Hersteller lieferbar. Die Inhaberin der Stern-Apotheke in Konz gab das Präparat eines anderen Herstellers ab und bedruckte das Rezept mit der entsprechenden Sonderkennziffer.

Neuraxpharm ist mit dem Neuroleptikum einziger Rabattpartner bei der DAK. Eine Angestellte der Apothekerin forderte als Nachweis einen schriftlichen Defektbeleg beim Langenfelder Hersteller an. Dieser sei jedoch verwehrt worden, sagt Iversen. Daraufhin rief die Chefin persönlich bei dem Unternehmen an, das seit 2009 zur Strüngmann-Familie gehört.

Eine Mitarbeiterin im Kundenservice habe gesagt, sie könne den Defektbeleg nicht ausstellen, so Iversen. Die Apothekerin konnte sie auch nicht mit der drohenden Retaxation überzeugen. „Sie darf angeblich keine schriftlichen Belege ausstellen“, so Iversen. Allerdings habe man ihr versichert, falls die Kasse den Betrag abziehe, die Kosten zu erstatten.

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