„Pille danach“

Unterhaltsklausel für Apotheker Alexander Müller, 29.01.2016 13:01 Uhr

Berlin - Wegen der „Pille danach“ könnten auf Apotheker horrende Ansprüche geltend gemacht werden, wenn es doch zu einer ungewollten Schwangerschaft kommt. So sieht es zumindest die Generali. Das Unternehmen verlangt von Apothekern in einer Zusatzverbeinbarung zur Haftpflichtversicherung daher, bei jeder Abgabe die Beratung zu dokumentieren. Angeblich nehmen die Apotheker die Zusatzvereinbarung sehr gelassen.

Die „Pille danach“ wurde am 15. März 2015 zum OTC-Präparat. Seit dem Wegfall der Rezeptpflicht liege die Beratungs- und gegebenenfalls Aufklärungspflicht nicht mehr ausschließlich bei den Ärzten, so ein Sprecher der Generali. „Die Apotheker haben nun eine erhöhte Beratungs- und Informationspflicht, sofern die Frau das jeweilige Präparat direkt in der Apotheke erwirbt.“

Die Frau ist laut der Generali über „die Voraussetzungen, die richtige Anwendung sowie Risiken und mögliche Nebenwirkungen“ zu beraten und zu informieren. „Durch die Neuerung bei der Beratung über diese Präparate können gegebenenfalls Ansprüche bis in Millionenhöhe aufgrund ungewollter Schwangerschaft auf Apotheker zukommen“, so der Sprecher.

Um auch für diese Fälle umfassenden Versicherungsschutz bieten zu können, habe sich die Generali entschlossen, die „Unterhaltsklausel“ für Ärzte auch auf Apotheker anzuwenden. In der Klausel für Ärzte heißt es wörtlich: „Für Haftpflichtschäden, bei denen es sich um Unterhaltsansprüche gegen den Versicherungsnehmer in seiner Eigenschaft als Arzt wegen ungewollter Schwangerschaft beziehungsweise wegen unterbliebenen Schwangerschaftsabbruches handelt, besteht Versicherungsschutz im Rahmen des Vertrages und nach Maßgabe der vereinbarten Versicherungssumme für Personenschäden.“

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