Pharmaziestudium

„So lange haben Sie noch nie für eine Klausur gelernt“ Maria Hendrischke, 18.10.2016 14:13 Uhr

Berlin - Der Hörsaal im zweiten Stock des Pharmazie-Instituts an der Freien Universität Berlin (FU) ist voll belegt. Knapp 80 Pharmaziestudenten haben sich zu diesem Wintersemester neu immatrikuliert. Unter ihnen: Die 19-jährige Denitsa Mitrova aus Bulgarien. Erst vor einem Monat ist sie für das Studium nach Deutschland umgezogen.

Die Gespräche im Raum drehen sich um Abiklausuren, bis um 14 Uhr c.t. die Einführungsveranstaltung des 1. Semesters beginnt. „Wer von Ihnen gehofft hat, die Chemie mit dem Abi endlich los zu sein, wird leider enttäuscht“, begrüßt Professor Dr. Jörg Rademann die neuen Studenten. An der FU entfallen mehr als 40 Prozent aller Semesterwochenstunden auf dieses Fach. Schon im ersten Semester haben die Studenten Vorlesungen und Seminare in allgemeiner, analytischer und anorganischer Chemie.

Rademann erklärt, warum die Chemie im Pharmaziestudium eine so wichtige Rolle spielt. Er präsentiert einige historische Forschungsergebnisse der Chemie, die für die Pharmazie bedeutend waren, wie etwa das Gesetz zu Massenverhältnissen in chemischen Reaktionen von Joseph Louis Proust. „Ich dachte, das wäre eine Einführungsveranstaltung und keine Vorlesung“, flüstert eine Studentin. „Er spricht viel zu leise“, bemerkt ihre Sitznachbarin. Rademann fährt fort: „Sie lernen Chemie, um das Verhalten der Wirkstoffe im Organismus verstehen zu können.“ Am Ende gehe es darum, von einer Formel auf die Reaktivität und die pharmakologischen Eigenschaften eines Stoffs schließen zu können.

Rademann gibt den Studenten Tipps zum Chemielernen: Sie sollten, wenn möglich, Theorie mit Experimenten verknüpfen. Zudem sollten sie sich vor Experimenten Gedanken über den möglichen Ausgang machen. „Außerdem sollten Sie viel zeichnen.“ Damit meint Rademann, Moleküle selbst aufzumalen, um sie sich besser einprägen zu können.

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