Pharmaziestudium

Bloß keine Apotheke Deniz Cicek-Görkem, 19.05.2017 10:03 Uhr

Berlin - Während Apothekeninhaber händeringend nach pharmazeutischem Personal suchen und auf den Nachwuchs hoffen, suchen immer mehr frisch gebackene Pharmazeuten einen Job außerhalb der Offizin. Und manchmal wird diese Entscheidung sehr früh getroffen: Eine Studienanfängerin erzählt, warum sie sich einen Job in der Apotheke nicht vorstellen kann.

Sofia Zharinova ist eine von mehreren hunderten Pharmazie-Neulingen, die im Sommersemester an einer von 13 Universitäten das Studium aufgenommen hat. Nach sechs Wochen Vorlesungen und Seminaren kann sie bestätigen, dass das „viel Lernerei“ bedeutet. Aber auch Gedanken um ihre Zukunft hat sie sich schon gemacht, denn schließlich habe das Lernen auch irgendwann ein Ende.

Die Offizin ist eindeutig nicht ihr Ziel: „Ein Apotheker in der Apotheke ist nur ein Kaufmann mit Zusatzkenntnissen“, sagt die 18-jährige Studentin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Nach dem zeit- und lernintensiven Studium „möchte man am Ende auch ein Ergebnis sehen“. Die Bezahlung in der öffentlichen Apotheke steht aus ihrer Sicht nicht in Korrelation zum angeeigneten Wissen.

Besser habe man es in der Forschung und Industrie, wo man seine fundierten Kenntnisse anwenden könne und auch das Gehalt stimme. Sie hat zwar noch nicht selbst in einer Apotheke gearbeitet, stellt sich den Alltag aber monoton vor. Ab September kann sie sich selbst ein Bild von der Arbeit am HV-Tisch machen, dann beginnt ihre Famulatur. Aber umstimmen lassen wird sie sich wohl nicht mehr: „Als Apothekerin möchte ich später in der Pharmaindustrie tätig sein.“

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