Zyto-Skandal

Pfusch-Apotheker: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage dpa, 17.07.2017 14:52 Uhr

Berlin - Mehr als 1000 Krebspatienten sollen von einem Apotheker aus Bottrop zu gering dosierte Medikamente bekommen haben. Mit den Krankenkassen abgerechnet haben soll der 47-Jährige aber die angeordnete Dosierung. Die Staatsanwaltschaft Essen hat Anklage erhoben.

Er soll einigen tausend Krebspatienten zu schwach dosierte Medikamente gegeben und damit Millionen erbeutet haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den tatverdächtigen Apotheker aus Bottrop erhoben. Ein Sprecher des Landgerichts Essen bestätigte am Montag den Eingang der Klage am vergangenen Freitag. Näheren Angaben zum Inhalt der Klage machten Landgericht und Staatsanwaltschaft zunächst nicht.

Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft soll der 47 Jahre alte Apotheker bei mehr als 50.000 Infusionen die Wirkstoffe zu gering dosiert haben. Die Zahl der betroffenen Patienten soll im unteren vierstelligen Bereich liegen. Anfang Juli hatte die Stadt Bottrop eine Liste mit 49 Wirkstoffen veröffentlicht, für die eine Unterdosierung in den Infusionen angenommen wird.

Nach Überzeugung der Ermittler wurde die Qualität der Präparate „gravierend gemindert oder völlig aufgehoben“. Mit dieser Masche soll der Apotheker den Ermittlungen zufolge die Krankenkassen um 2,5 Millionen Euro betrogen haben. Bei der Herstellung soll er zudem Hygieneregeln missachtet haben.

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