Standesvertretung

Petition für „Apothekerkammer Nord“ APOTHEKE ADHOC, 20.06.2012 14:21 Uhr

Berlin - Nach Norden hin wird es kleinteilig: Zusammen bringen es die Kammerbezirke Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein auf knapp 1600 Apotheken – so viele wie in Hessen und deutlich weniger als in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein und Westfalen-Lippe. Die Apotheker in Hamburg würden ihre Kammer gerne mit denen der umliegenden Länder fusionieren – doch die Kollegen wollen bislang nicht. Weil im Haushalt Geld fehlt und die Umstellung der Beitragsordnung in Ferne gerückt ist, steht jetzt die nächste Offensive aus der Hansestadt an. Diesmal von der Basis.

Holger Gnekow, Inhaber der Privilegierten Adler Apotheke und bekannt für 16-stündige Öffnungszeiten an 365 Tagen im Jahr, hat eine Petition zur Gründung einer „Apothekerkammer Nord“ gestartet. Im Internet können Kollegen für die Fusion der drei Kammerbezirke stimmen; aus jedem Bundesland hofft Gnekow auf 500 Unterschriften. Am ersten Tag sind 55 Ja-Stimmen eingegangen.

Gnekow argumentiert, dass es kleine Kammern per se finanziell schwieriger hätten und dass die Verwaltung rationeller gestaltet werden müsse. Auch die geplante Umstellung die Beitragsordnung in Hamburg habe primär den Zweck gehabt, „den defizitären Haushalt in der Zukunft ausgleichen zu können“. 10 Prozent fehlen laut Gnekow im Budget für 2013. Die herkömmlichen Maßnahmen zur Kosteneinsparung seien ausgeschöpft.

Die drei norddeutschen Apothekerkammern sind laut Petition alleine nicht überlebensfähig. Rückläufige Umsatzentwicklungen mit zum Teil drastischen Gewinneinbrüchen gefährdeten eine nachhaltige Finanzierung. „Die massive Anhebung von Beiträgen für Apotheken und Mitarbeiter kann keine Lösung sein.“

Durch die Fusion könnten erhebliche Synergieeffekte erzielt werden: Kosten ließen sich etwa durch die Zusammenlegung von Vorständen, Geschäftsstellen und Immobilien, aber auch Fortbildungen und QM-Beauftragten senken. Außerdem, so Gnekow, gebe es endlich mehr Bewerber um die Spitzenpositionen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 3 Kommentare
  • 21.Juni 2012, 21:32Uhr
    Community Mitglied

    #3@ 2: alles relativ

    Einspruch, Euer Ehren: Die Strecke Riebnitz -Hamburg ist mit 215 km deutlich kürzer als die 354 Kilometer, die ein Kollege von Aschaffenburg nach München zurücklegen muss, wenn er seine Kammer aufsuchen möchte. Nach Ihrer Definition müssten wir dann auch eine Apothekerkammer "Franken" einführen ;-) Für die Kammer HH gilt sicherlich "klein", vielleicht "fein", sicher aber NICHT "mein". Und in einer fusionierten Kammer "Nord" könnte ja der jetzige Präsident der Kammer HH, den ich seit langem überaus schätze, weiterhin an der Spitze stehen. Spitzenkräfte in Führungspositionen haben wir ohnehin zu wenige - da wäre es sicherlich eher positiv, wenn wir langfristig weniger Spitzenämter besetzen müssten. Ganz im Ernst: Die Kleinstaaterei in den deutschen Kammern und Verbänden ist - gemessen an den Aufgaben und Belastungen, mit denen wir uns herumschlagen müssen - definitiv nicht mehr zeitgemäss. Es spricht ja nichts dagegen, die Kammern zu verschlanken und parallel die "Basis" in Regionalgruppen mehr einzubinden. kollegiale Grüsse

  • 21.Juni 2012, 15:48Uhr
    Community Mitglied

    #2Lasst uns das Apothekerhaus!

    Als Hamburger Apotheker ist mir eine Kammer mit kurzen Wegen ("Klein, fein, mein") allemal lieber als eine Zentralstelle weit weg. Und sie ist ihr Geld wert. Die bekannlich schwierige Kommunikation von Apothekern untereinander wird nicht verbessert, wenn Riebnitz-Damgarten und Wenningstedt-Braderup mit einbezogen werden müssen. Und der geschätzte Kollege G. wird die Abstimmung mit Center-Apthekern in Mecklenburg-Vorpommern auch auf andere Weise hinkriegen.

  • 20.Juni 2012, 14:38Uhr
    Community Mitglied

    #1Warum nicht?

    Ich kann einer solche Idee auf den ersten Blick viel Positives abgewinnen. Warum sollten die Apotheker den mit der Wiedervereinigung gemachten Fehler (FÜNF neue Länder = 5 neue Kammern und Verbände) nicht korrigieren? Sowas muss von der Basis der kommen, freiwillig geben unsere "Landesfürsten" ihre Pöstchen sicher nicht her. Einen Versuch wert ist es allemal.

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