OTC-Markt wird umgekrempelt APOTHEKE ADHOC, 03.07.2012 15:26 Uhr
Berlin - Schmerzmittel soll es nach Ansicht des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht nur noch für vier Tage ohne Rezept geben. Folgt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) der Empfehlung, müssten viele Hersteller ihr Sortiment umstellen: Bei einigen Wirkstoffen wären drei von vier abgegebenen Packungen betroffen.
Vor allem bei Ibuprofen würde der Markt komplett umgekrempelt. Laut IMS Health wurden 2010 in den verschiedenen Darreichungsformen 56,6 Millionen Packungen mit dem Analgetikum als Monosubstanz abgesetzt, 38 Millionen davon in der Selbstmedikation.
Deutlich gestiegen ist in den vergangenen Jahren die Variante mit 400 Milligramm und 20 Tabletten. Die rund 18 Millionen Packungen wären aber künftig nicht mehr in der Selbstmedikation erhältlich – die Grenze liegt für orale Arzneiformen bei 4800 mg Wirkstoff pro Packung, das sind 12 Tabletten. Laut Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) wären insgesamt 78 Prozent aller Packungen betroffen, die 2010 ohne Rezept abgegeben wurden.
Bei Diclofenac wären in der Dosierung von 25 mg 76 Prozent und in der Dosierung von 12,5 mg 42 Prozent betroffen. Insgesamt wurden 2010 rund 21 Millionen Packungen mit Diclofenac als Einzelsubstanz ohne Rezept verkauft, das ist die Hälfte der Gesamtmenge. Die Grenze liegt hier bei 300 mg pro Packung, das sind 12 beziehungsweise 24 Tabletten.
Bei Naproxen wären nach den neuen Regeln 66 Prozent aller bislang als OTC-Produkt verkauften Packungen verschreibungspflichtig. Die Grenze liegt bei 3000 mg beziehungsweise ebenfalls 12 Tabletten. Von den 1,8 Millionen verkauften Packungen entfielen knapp 1,4 Millionen auf die Selbstmedikation.
Anders sieht es bei Acetylsalicylsäure aus: Da lediglich die Großpackungen ab 50 Stück und 12.000 mg von der neuen Rezeptpflicht betroffen wären, könnten die 10er- und die 20er-Packung weiterhin abgegeben werden. Lediglich 26 Prozent der bisherigen OTC-Packungen wären damit betroffen.
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#4Nicht mehr alle Latten am Zaun...
@3 Falls das die gleiche Person fordert, die das hier gerade "verzapft" hat, sollte man schnellstens den psychiatrischen Notfalldienst rufen...
#3Vorsicht OTC Pflicht wackelt...
Ich höre schon die Stimmen...weil die kleinen Packungen ja jetzt "sicher" sind können sie ja aus der OTC Pflicht entlassen werden...
#2Blöder gehts kaum...
Erst werden 50er Packungen zugelasssen z.B. bei Ibuprofen, dann dürfen es nur noch 12 sein. Da auch Monat für Monat immer mehr Apotheken schließen, MUSS der Kunde ja dann mehrere Packungen kaufen. Die Beschränkung ist vollkommen dumm: einerseits dürfen es nur 12 Tabl Ibu 400 sein, andererseits sind Drix 200 Stück (oder sogar mehr pro Packung anderer Firmen) bei Abführmitteln voll chic und in Ordnung. Durch Verkleinerung forcieren wir nur den legalen Selbstbedienungsladen "Versandapotheken" und das Importieren aus den USA! "Sachverstand" kann man dem "Sachverständigenausschuß" wahrlich nicht attestieren.... naja, der hat sicher auch kein QMS zur Pflicht!!!
#1The Evil
is Always and Everywhere. Sie machen sich ja selbst unglaubwürdig mit diesem Schritt. Hü und hott, erst`rin in die Kartoffeln und dann wieder heraus... Wer Stimmrecht in diesem Ausschuss besitzt, dessen Verstand sollte so beschaffen sein, die Tragweite seiner Entscheidung abzumessen. Und wenn dann sogar 50er Packungen Ibuprofen 400 zugelassen werden, braucht man sich nicht zu wundern, dass damit Schindluder getrieben wird. Diese extremen Amplituden sind doch aber nicht nachvollziehbar! Ich vermisse in hohem Maße eine gewisse Pufferwirkung, die man gesunder Menschenverstand nennt. Großpackungen abschaffen : eindeutig Ja. Doch beim Endverbraucher Kopfschütteln, "Scheibenwischer" oder Piepvogel oder Schlimmeres zu erzeugen: eindeutig Nein! Da sagt der Kunde zu Recht: weltfern und hirnverbrannt. Und ich stimme ein in dieses Lied... The Evil is Alw.....Dann zahl`ich halt was ein ;-) http://www.youtube.com/watch?v=zhfeQ_jrWtM