Ordnungsamt

Zebrastreifen oder Apotheke muss weg Maria Hendrischke, 09.03.2016 13:53 Uhr

Berlin - Der Zebrastreifen vor der Zeppelin-Apotheke im baden-württembergischen Biberach verstößt gegen das Gesetz. Ein Gutachter hat festgestellt, dass der Überweg nicht den rechtliche Vorgaben entspricht. Die Stadt will den Zebrastreifen nun entfernen. „Eine klassische bürokratische Fehlentscheidung“, sagt Apotheker Jochen Mettra.

Dass der Zebrastreifen weg müsse, habe mehrere Gründe, erklärt Ordnungsamtsleiterin Brigitte Länge. Zum einen liegt er in einer abknickenden Vorfahrtstraße, zum anderen ist er weder für Autofahrer noch Fußgänger gut einzusehen. Darüber hinaus sei die Straße an der Stelle elf Meter breit – gesetzlich empfohlen sei am Überweg eine Höchstbreite von 6,50 Metern. „Eigentlich hätte der Streifen nie angelegt werden dürfen“, fasst sie zusammen.

Von ihrem Büro aus sieht Länge auf den Zebrastreifen. Sie habe dort schon viele brenzlige Situationen beobachtet. Sie berichtet von einem schweren Unfall am Überweg: Nachts habe ein Autofahrer an der Stelle eine Fußgängerin angefahren, weil er sie nicht gesehen hatte.

Im Ort regt sich Widerstand gegen die Entfernung des Überwegs. „Einige meiner Kunden meinten: 'Die Stadt spinnt'“, sagt Mettra. Der Zebrastreifen sei einer der ältesten in Biberach und werde von den Kunden häufig genutzt. „Und in meinen 36 Jahren in der Apotheke habe ich dort nicht an jedem Tag 'brenzlige Situationen' bemerkt.“ Die Aussage von Länge könne er daher nicht nachvollziehen.

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