OHG-Apotheken

Geteilte Selbstständigkeit Alexander Müller, 19.02.2016 15:05 Uhr

Berlin - Der Apotheker in seiner Apotheke – das ist nach wie vor das Idealbild der ABDA, trotz gesetzgeberischer Aufweichungen wie der Filialisierung. Doch die Zahl der Apotheken sinkt jährlich und die Zahl der Inhaber sinkt sogar noch schneller. Gegen diesen Trend gewinnt ein anderes Modell offenbar an Attraktivität: Die Apotheker in ihrer Apotheke. Die Zahl von Offenen Handelsgesellschaften (OHG) nimmt seit Jahren zu.

Klassisch betreibt ein Apotheker sein Geschäft als eingetragener Kaufmann (e.K.). Er ist als Einzelunternehmer im Handelsregister eingetragen und haftet als Privatperson für seinen Betrieb. Mehrere Personen zusammen können eine Apotheke laut Apothekengesetz (ApoG) nur als OHG oder Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) betreiben. Beteiligungen in Form einer stillen Gesellschaft, versteckte Darlehen oder Gewinnbeteiligungen sind unzulässig, Ausnahmen und besondere Regeln gelten für die Verpachtung.

Eine Apotheke gemeinsam zu betreiben, bietet verschiedene Vorteile, beginnend bei der Gründung oder Übernahme eine Apotheke: Investition können gemeinsam gestemmt, Aufgaben verteilt werden. Das gilt auch für den laufenden Betrieb. Später sticht aber vor allem der Vorteil Arbeitszeit heraus. Auch wenn formal für alle Inhaber Präsenzpflicht gilt, dürfte das Teilzeitmodell in der Praxis Realität sein.

Vor allem Apothekerinnen schließen sich häufiger als ihre männlichen Kollegen zusammen, um gemeinsam eine Apotheke zu betreiben. Einbußen beim Gewinn werden für eine größere Flexibilität in Kauf genommen. Beruf und Familie zu vereinen, ist als alleiniger Inhaber mit einem ebenfalls Vollzeit beschäftigten Partner kaum darstellbar. Dann bleibt nur ein Angestelltenverhältnis in einer Apotheke.

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