„Pille danach“

Generali pocht auf Beratungsprotokoll Alexander Müller, 21.01.2016 14:52 Uhr

Berlin - Beim OTC-Switch der „Pille danach“ im vergangenen Frühjahr waren gefühlt die Augen der ganzen Republik auf den HV-Tisch gerichtet. Ein rasanter Anstieg bei der Abgabe wurde von vielen erwartet, insbesondere die Ärzte trauten den Apothekern eine fachgerechte Beratung nicht zu. Diese Skepsis teilt offenbar die Generali Versicherung: Sie fordert von Apothekern eine dokumentierte Qualitätssicherung der Beratung zur „Pille danach“. Die Vereinbarung ist offenbar ein neuer Pflichtteil bei Haftpflichtversicherungen für Apotheker.

Notfallkontrazeptiva wurden im März 2015 aus der Rezeptpflicht entlassen. Auf die Zweifel – vor allem aus dem Lager der Frauenärzte – an der richtigen Beratung zu diesem heiklen Produkt reagierten die Apotheker: Die Kammern boten zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen an, die Bundesapothekerkammer (BAK) entwickelte einen Leitfaden zur Beratung samt Checkliste für den HV-Tisch.

Dennoch handelt es sich laut ABDA um einen OTC-Switch wie andere und damit um ein OTC-Arzneimittel wie andere. Weder wurden verbindliche Vorgaben für die Beratung gemacht, noch eine entsprechende Vergütung dafür gefordert. Bei der BAK-Leitlinie handelt es sich um eine Empfehlung.

Doch die Generali erhebt die Checkliste jetzt zum Standard: Einem Apotheker wurde bei der Anpassung seiner Haftpflichtversicherung eine „Vereinbarung zum Versicherungsschutz und zum Qualitätsmanagement für Apotheken zur Mitversicherung der Ausgabe von Notfallkontrazeptiva (‚Pille danach‘, ellaOne, PiDaNa etc.)“ vorgelegt. 

Der Apotheker soll laut dieser Vereinbarung sicherstellen, dass alle Kundinnen bei Abgabe von Notfallkontrazeptiva ausführlich persönlich und unter Verwendung der BAK-Checkliste beraten werden. Die Inhalte der Beratung sollen, mit Unterschrift der Kundin, dokumentiert und zehn Jahre lang aufbewahrt werden, heißt es im Schreiben der Generali.

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