Medizinalhanf

Lieferengpass: Cannabis fast ausverkauft Deniz Cicek-Görkem, 27.07.2017 12:23 Uhr

Derzeit sei insbesondere die Nachfrage zu Bedrocan-Varietäten sehr hoch. „Den Lieferengpass kann man theoretisch beseitigen, in dem man mehr Cannabis aus Kanada importiert“, erklärt Hoffmann. Das Problem sei jedoch, dass das deutsche Jahreskontingent an Cannabis beim Internationalen Suchtstoffkontrollrat (INCB) bereits erreicht sei.

Laut Hoffmann muss nun die jährliche Gesamtmenge neu geschätzt und angepasst werden. „Die Behörden haben nicht frühzeitig gehandelt“, kritisiert er. Der INCB erteile aktuell keine Einfuhrgenehmigung, somit sei eine Versorgung mit Medizinalhanf aus Kanada derzeit nicht möglich. Aufgrund langer Prozessketten sei zudem die Änderung der Importgenehmigung zeitaufwendig.

Um die aktuelle Versorgungslage zu verbessern, plant Pedanios eine Zusammenarbeit mit einem zweiten Lieferanten. Dieser soll pro Monat 500 kg Cannabis liefern. Dazu müsste der Importeur neue Genehmigungen für den Import sowie den Betäubungsmittelhandel bekommen. Aufgrund der behördlichen Abläufe sei dies ein langwieriger Prozess. Hoffmann rechnet damit, voraussichtlich im September wieder lieferfähig zu sein – vorausgesetzt, bürokratische Hürden wurden bis dahin überwunden.

Künftig soll der Anbau der Kontrolle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unterliegen, dazu wird die Cannabisagentur eingerichtet. Da deutsches Cannabis laut BfArM erst 2019 verfügbar sein wird, muss bis zu diesem Zeitpunkt auf Importe zurückgegriffen werden.

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