Beratungsqualität

Kuschel-Testkäufe in Hessen APOTHEKE ADHOC, 04.02.2016 13:06 Uhr

Berlin - Mit Testkäufen in den Apotheken der Mitglieder handeln sich die Apothekerkammern regelmäßig Ärger ein: Nicht jeder Kollege wird gerne von den eigenen Leuten kontrolliert oder sieht die Notwendigkeit einer internen Qualitätskontrolle. Die Landesapothekerkammer Hessen (LAK) nimmt darauf Rücksicht: Die Einladung zur Teilnahme an Ringversuchen ist voll freundlicher Zurückhaltung.

Die LAK bietet ihren Mitgliedern ab Juli die Möglichkeit, kostenlos an einer „Pseudo Customer Fortbildung“ teilzunehmen. Dazu wird ein von der Werbe- und Vertriebsgesellschaft Deutscher Apotheker (WuV) besonders geschulte Kollege als Kunde in der Apotheke auftreten und eine alltägliche Situation durchspielen. Anschließend wird das Beratungsgespräch mit dem getesteten Mitarbeiter sowie dem Apothekenleiter analysiert, eventuelle Verbesserungsmöglichkeiten werden aufgezeigt und diskutiert.

Die Kammer stellt klar, dass es nicht um Kontrolle geht: „Die Teilnahme stellt keinerlei 'Überprüfung' dar, sondern soll Sie in Ihren Bemühungen um gute pharmazeutische Beratung vor Ort unterstützen.“ Und um jedes Missverständnis auszuschließen: „Wir führen keine 'Testkäufe' durch, sondern bieten Ihnen – freiwillig, ohne Zwang und ohne Sanktion – die Möglichkeit, die Beratungssituation vor Ort zu bewerten und zu verbessern“, heißt es. Für die Teilnahme gibt es sogar Fortbildungspunkte – wie auch bei den Ringversuchen des Zentrallabors (ZL).

Das Anschreiben beginnt aber schon mit einem Lob: „Wir leisten jeden Tag hervorragende Arbeit in unseren Apotheken, wir beraten unsere Kunden zu allen Fragen der Arzneimitteltherapie und weiteren Gesundheitsthemen, wir stellen zahlreiche individuelle Rezepturen her, wir kümmern uns um die Patienten und Kunden rund um die Uhr.“

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