Privatpatienten

Beihilfe-Falle bei Direktabrechnung Julia Pradel, 18.02.2016 13:01 Uhr

Berlin - Privatpatienten müssen üblicherweise in Vorkasse gehen und zahlen ihre Arzneimittel direkt in der Apotheke. Bei hochpreisigen Medikamenten kann das allerdings schwierig werden – nicht jeder kann mehrere Tausend Euro vorstrecken. Manche Apotheken kommen ihren Kunden mit mehrwöchigen Rechnungsfristen entgegen. Eine andere Methode ist die Direktabrechnung, die einige private Krankenversicherungen (PKV) anbieten. Aufpassen muss man allerdings bei Beihilfeempfängern.

Eine Direktabrechnung bieten inzwischen die Debeka, die Allianz sowie die HUK Coburg und ihr Tochterunternehmen PAX-Familienfürsorge an. Die Versicherer haben entsprechende Verträge mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) abgeschlossen. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem Verband der zytostatikaherstellenden Apotheken (VZA) haben außerdem die Barmenia, die Hallesche Krankenversicherung und die Postbeamtenkrankenkasse getroffen.

Das Verfahren ist eigentlich relativ simpel: Ab einer bestimmten Rezeptsumme – üblicherweise 1000 Euro, bei der Allianz schon 750 Euro – ist das Verfahren möglich. Patient und Apotheker unterschreiben eine Erklärung, die den Apotheker von seiner Schweigepflicht entbindet und ihn zur Direktabrechnung ermächtigt. Nach der Abgabe des Arzneimittels wird das Rezept bedruckt und zusammen mit einem Erstattungsformular an die Versicherung geschickt. Die zahlt das Geld direkt an den Apotheker.

Schwieriger wird es allerdings bei Beihilfepatienten: Denn in diesem Fall zahlen Beihilfe und Versicherung jeweils nur einen Teil der Gesamtsumme. Je nach Status des Versicherten werden beispielsweise nur 30 oder 50 Prozent der Kosten durch die PKV übernommen, der Rest entfällt auf die Beihilfe. In der Praxis ist es also nicht damit getan, der Versicherung das Rezept und das Erstattungsformular zukommen zu lassen.

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