Arzneimittelfälschungen

Kontrollsystem für Abgabe in Apotheken Benjamin Rohrer und Janina Rauers, 01.09.2011 14:20 Uhr

Berlin - Seit Anfang Juli gilt die EU-Richtlinie, nach der verschreibungspflichtige Arzneimittel künftig einheitliche Sicherheitsmerkmale zum Schutz vor Fälschungen erhalten sollen. Bis alle Arzneimittel den neuen Code erhalten, wird es noch einige Jahre dauern. Spätestens 2014 soll die EU-Kommission Einzelheiten zum Sicherheitsmerkmal festlegen. In Deutschland haben Hersteller, Großhändler und Apotheken nun einen gemeinsamen Verein gegründet und bereits ein Modell vorgestellt.

Unter dem Namen „Securpharm“ haben die ABDA, der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH), der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI), der Großhandelsverband Phagro, der Branchenverband Pro Generika sowie der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) ein Sicherheitssystem erarbeitet. Demnach sollen die Packungen vor der Abgabe in der Apotheke verifiziert werden.

Mit dem Scannen des individuellen Codes wird eine geschützte Abfrage im Datenbank-System ausgelöst. Stimmen die Daten in der Apotheke mit denen des Herstellers überein, wird das Präparat als abgegeben gekennzeichnet. Unbekannte oder bereits abgegebene Packungen lösen einen Alarm aus. Der Patient erhält dann eine andere Packung und der Fälschungsverdacht wird überprüft.

Damit die Hersteller nicht auf die Daten der Apotheken zugreifen können, plant Securpharm zwei getrennte Datenbanken: Auf Seite der Hersteller wird für jede einzelne Packung eine individuelle randomisierte Seriennummer hinterlegt, die Apotheken kommunizieren über eine eigene Datenbank mit der Herstellerdatenbank. Optional sollen auch die Großhändler einzelne Packungen verifizieren können.

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