Kammern wollen QMS-Pflicht für Apotheken Désirée Kietzmann, 04.05.2011 10:29 Uhr
Berlin - Alle Apotheken sollen künftig verpflichtend ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) betreiben. Dafür haben sich die Apothekerkammern auf der gestrigen Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer (BAK) mehrheitlich ausgesprochen. Die Umsetzung kann demnach jede Apotheke selbst übernehmen. Die kostenpflichtige Zertifizierung soll nicht in der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) vorgeschrieben werden.
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hatte in einem aktuellen Eckpunktepapier zur ApBetrO die Einführung eines QMS lediglich für Apotheken vorgesehen, die maschinell verblistern beziehungsweise Parenteralia oder Arzneimittel nach der Hunderterregel herstellen. Diese Beschränkung stieß bei den meisten Kammern auf Unverständnis: „Qualität kann man nicht teilen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum sich die Bundesregierung nur auf diese Teilbereiche konzentriert hat“, sagt Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen.
Qualitätssicherung sei nicht nur für spezielle Tätigkeiten, sondern insbesondere in den Kernbereichen der Apotheke wie Beratung und Rezeptur zwingend notwendig, so Linz. Die Kunden erwarteten überall die gleiche Qualität. Diese Meinung teilten auch die meisten anderen Kammern und stimmten in Berlin mehrheitlich für ein QMS für alle Apotheken.
Ein QMS definiert und beschreibt die Arbeitsabläufe in einem Betrieb. Die strukturierte Ausführung aller Tätigkeiten soll sicher stellen, dass am Ende immer Ergebnisse mit gleicher Qualität erreicht werden.
Die gestrige Abstimmung beschreibt lediglich die Position der BAK. Ob die ABDA letztlich in der Diskussion um die Novelle der ApBetrO eine generelle QMS-Pflicht fordern wird, entscheidet sich erst auf deren Mitgliederversammlung im Juni.
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#22QMS ist richtig und wichtig, aber ...
wichtig ist neben der guten Beratung auch die richtige Zertifizierungsstelle. Wenn man bereit ist das Geld für eine ISO 9001 in die Hand zu nehmen, muss der Zertifizierer auch nach internationalem Standard akkreditiert sein, alles andere ist sinnlos. Leider sind sehr viele schwarze Schafe auf dem Markt, die können meist auch nicht zu einer Unternehmensverbesserung beitragen. Es ist wichtig, dass Zertifizierungsstelle und Berater sich einig sind, doch muss jegliche wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden ausgeschlossen bleiben. Erst dann ist gewährleistet, dass beide das Beste geben und die Apotheke in diesen schwierigen Zeiten nach vorne kommt. Achten Sie darauf, dass Ihr Berater eine wirtschaftliche Zusammenarbeit (also keine Provisonszahlungen von der Zertifizierungstelle annimmt) ausschließt. Nur wenige Berater haben hier einen Ehrenkodex! Ich kann jedem nur raten, lasst Sie sich Zeit bei der Auswahl des Beraters, nicht jedes Handbuch muss dick sein. Viel Erfolg bei QMS, ohne wird es nicht mehr lange gut gehen.
#21Lieber Ansgar...
Du kannst ja gerne QMS leben. Ich lebe Apotheker...wärste wohl besser Beamter geworden ;-)
#20QMS leben ?.......
....wir haben Beratungsrichtlinien der Kammer ? Die kann man "leben" und die kann man kontrollieren + in z.B. in die ApoBetrO einfließen lassen. Aber wie soll ein flächendeckendes QMS Verbesserungen hervorrufen ? A) Alle Apotheken bekommen ein Standard-QMS mit Kommentierung vorgegeben (= ApoBetrO), und man erreicht einheitliche Mindeststandards. Die kann man überprüfen (= Revision, Begehung). Ups, das gibt es ja schon. Oder B) zusätzlich führt man ca. 18.000 individuelle Zwangs-QMS ein. Da hat dann jeder ein anderes, ganz toll. Und diese individuelle QMS´s führen dann zu einer flächendeckenden einheitlichen Qualitätsverbesserung ?? Die mit bundesweit einheitlichen Tests überprüft werden ??
#19Qualitätsverbesserung
QMS kann nicht nur,-sie wird durch die regelmässige Überprüfung mit Hilfe interner und externer Audits automatisch zu einer stetigen Verbesserung führen.QMS muss gelebt werden.(ein Begeisterter...)
#18..und wer bezahlt die Qualität?????
Ist ja alles schön mit der Beratungsqualität! Solange ich als Heilberufler mit dem Honorar für die Empfelung eines Arzneimittels über die Runden komme, kann ich , wie ich immer gemacht habe, auch sagen,"Nehmen Sie nichts, Sie brauchen nur Geduld", oder einen Waden wickel empfehle und noch erkläre wie man das korrekt macht, solange braucht keiner vor der Beratungsqualität der Apotheken Angst zu haben.Wenn allerdings mein Honorar durch administative Maßnahmen ununterbrochen in den Keller gedrückt wird, braucht man sich über negative Effekte nicht zu Wunder.Wer das nicht glaubt, sehe sich einmal den Margenverfall der Apotheken an. Und man sollte auch dabei sehen, das Qualität auch Resourcen benötigt. Vor 20 Jahren wurden in den Apotheken höhere Gehälter als jetzt bezahlt, kaufkraftbereinigt. Zum QMS: das hat überhauft nichts mit "Qualität" im eigentlichen Sinne zu tun, sondern ist eine reine standartisierte Ablaufbeschreibung. Sie KANN!!!! zu einer Verbesserun der "Qualität" führen, muß das aber überhaupt nicht.
#17liebes unabhängiges testinstitut!
...werten wir mal ihr statement im eigenen interesse. das nimmt ihnen niemand übel. schlimmer ist, dass sie das problem generalisieren. sie können auf dieser welt testen, was sie wollen - sie werden immer ein mehr oder weniger schlechtes ergebnis bekommen, weil ihre frageprofile vorbereitet sind und antworten erwarten, die sie auf ihren zetteln vorformuliert haben. damit nageln sie jeden fachmann an die wand. ich komme gern mal zu ihnen und "teste" unabhängig ihre mitarbeiter. am ende wird herauskommen: schlampige beratung (das wort schlampig habe ich ihrer ausdrucksweise entliehen). lieber herr knoth, sie sollten vielleicht in zukunft nicht so progressiv ihre meinung abgeben, sonst könnte ihr unabhängiges Testinstitut unabhängig davon, bald weniger zu testen haben. Zitat:"Die Reaktionen auf die Tests an sich sind aber ähnlich wie die Reaktionen hier in den Kommentaren. Diese reichen von Ignoranz („Wir wissen schon was bei uns nicht so gut läuft“) bis hin zu Hausverboten und Klageandrohungen. Alles andere also, als ein reflektierter und kritikfähiger Umgang mit der eigenen Arbeitsauffassung". wenn ich ihren kommentar lese, wundert mich diese reaktion nicht.
#16Beratungsqualität
Wir als unabhängiges Testinstitut können Ansgar Brieden und Ulla Schmidt nur zustimmen. In unseren Apothekentests erleben wir, trotz eigentlich geschulter Fachkräfte, immer wieder unser sprichwörtlich blaues Wunder in der Beratung zur Selbstmedikation. Gleich ob konkreter Produktwunsch oder Symptomberatung. Eine Anamnese, die den Namen auch verdient, wird häufig nicht oder nur schlampig ausgeführt, die Produktberatung im Anschluss lässt ebenfalls zu wünschen übrig (selbst grundsätzliche Informationen zur Einnahme, Dosierung und Dauer fehlen teilweise) und die Medikamentenabgabe ist dadurch in zu vielen Fällen ungeeignet. Ohne Anamnese ist aber jeder Apotheker darauf angewiesen, dass die Patienten von sich aus ALLE relevanten Informationen geben. Nur tut das auch jeder? Würden unsere Tester nicht mit Hilfestellungen zur Anamnese animieren bzw. in letzter Konsequenz alle relevanten Informationen geben, würden diese in über 90% der Testbesuche ungeeignete Arzneimittel bekommen. Und selbst nach allen Hinweisen bleibt eine Fehlerquote von 15-20%. Das ist dramatisch! Da kann von guter Beratung keine Rede mehr sein. Und der Kunde kann eben nicht einfach so selbst erkennen ob die Beratung gut war, weil er normalerweise gar nicht weiß, was ein Apotheker laut Leitfaden der Kammern alles fragen müsste, um sicherzugehen, dass er kein schädigendes Medikament verkauft. Natürlich gibt es auch die guten Beispiele, die auch wir immer wieder sehen, diese sind aber sehr rar gesät. Dass diese guten Beratungen nicht wesentlich länger dauern, als gar keine Beratung, wenn man nur die wenigen wichtigen und richtigen Fragen stellt, ist bezeichnend. Die Reaktionen auf die Tests an sich sind aber ähnlich wie die Reaktionen hier in den Kommentaren. Diese reichen von Ignoranz („Wir wissen schon was bei uns nicht so gut läuft“) bis hin zu Hausverboten und Klageandrohungen. Alles andere also, als ein reflektierter und kritikfähiger Umgang mit der eigenen Arbeitsauffassung. Verständlich ist der Unmut der Apotheker gegen noch mehr Bürokratie, Aufwand usw., der jetzige Papierkram ist mit Sicherheit schon viel zu hoch, ähnlich wie bei Ärzten. Aber wenn auch die Kammertests immer wieder schlecht ausfallen und eine Fülle von Berufsgerichtsverfahren auch dadurch nötig werden, lässt sich ein Umdenken oder ein Lerneffekt bei den Apothekern leider nicht feststellen. Dann ist ein verpflichtendes QMS vielleicht letztes Mittel, wenn auch sicher kein Allheilmittel.
#15Lieber Ansgar, liebe Ulla...
Ich war zwei Jahre lang QMS Beauftragter...also weiss ich wovon ich rede... Jetzt als Filialleiter darf ich das zum Glück ja nicht mehr sein... Ich habe QMS als reine bürokratische Zwangsmaßnahme erlebt, da ich grundsätzliche schon aus Faulheit Prozesse optimiere. Meine Kundschaft ist der beste Beweiss für eine gute Servicearbeit in "meinem" Laden und so wird das auch überall sein. Der Kunde wird schon selber entscheiden... Aus Dreck macht QMS auch kein Gold. Zwangsmassnahmen verbessern rein gar nichts, außer dem Unmut... Ausserdem bedeutet QMS zusätzliche Kosten und Mehrarbeit. Dazu die Audits und Rezertifizierungen alle Jahre wieder... Wieso soll ich gezwungen werden für etwas Geld auszugeben, was mir nichts bringt und mir nur noch mehr Arbeit macht...als hätten wir alle nichts zu tun... Und dann kommt sowas noch von meiner Kammer.... Und da soll ich nicht sickig sein ?
#14Pro QMS für alle!
Das hätte schon längst gemacht werden sollen. Die Qualität des eingeführten QMS sollte dann aber auch geprüft werden. Viele Firmen und somit auch Apotheken "kaufen" sich ein fertiges Handbuch und hängen sich das Zertifikat um. Abgeliefert wird weiter der gleiche Murks wie vorher. Wenn sich die Kollegen, die hier aufschreien, mal ein Bild davon machen würden, wie mangelhaft die abgelieferte Leistung vieler Apothekenkollegen ist (siehe PseudoCustomer Ergebnisse der Kammern) dann dürfte allen klar sein, das JEDES Mittel Recht sein muß, welches endlich mal zu einer Qualitätssteigerung führt. Natürlich kann man darüberstreiten, ob die Einführung eines QMS die Qualität verbessert, wenn es richtig gemacht wird, zwingt es aber zumindest jeden einmal darüber nachzudenken, WAS er/sie da gerade tut. Sonst wird es wirklich bald nur noch 1000 (selbstständige) Apotheken (s.u.) geben, weil es viele Apos bei den Leistungen wirklich nicht braucht. Bei deren Leistung täte es auch eine Ecke im Rossmann Shop!!!
#13QMS
Hat eigentlich irgendjemand von den "Meckerern"selber QMS? fragt 5 Frau/Mann-Apotheke mit Gruppenzertifikat. Wo ein Wille,da ein Weg...
#12Wenn Du ...
eine Berufsvertretung hast, die Dir neben den korrupten Politschergen auch noch in den Rücken fällt, muß man sich doch glatt fragen, ob da nicht noch mehr unter einer Decke stecken...
#11Lieber Kollege zu 10
..glauben Sie wirklich, dass QMS die Messlatte ist, die wir brauchen, um Pick Up etc. zu verhindern. Apotheke war und ist mehr - es bedarf keiner weitern Verschärfung, um die Qualität zu halten oder zu verbessern. Was haben die Kollegen in den letzten Jahrzehnten eigentlich gemacht? Die Qualität leidet unter der Bürokratie und nicht unter den untauglichen Apothekern.
#10MOMENT,
Wenn Rösler Pickup unbedingt protegieren will, was ist dann die Alternative für den Berufsstand? Die Messlatte so niedrig zu legen, daß auch diese unsäglichen "dm-Apotheken" endgültig drüber springen können? Oder sie so hoch zu legen, daß "dm-Apotheken" in Ferne rücken und man mit Fug und Recht dagegen vorgehen kann...
#9Man kann sich nur verwundert die Augen reiben
Wir wehren uns gegen die teure Regelungswut im ersten Entwurf, im zweiten wird das alles vom Ministerium vernünftigerweise abgespeckt und dann wollen es unsere eigenen Kammern wieder einführen? Hä?? Vielleicht dann auch doch die verschärften Anwesenheits und Abwesenheits-Meldepflichten in Eigenregie wieder aufgreifen? Das schafft doch auch Kammer-Arbeitsplätze.. Der Wahnsinn hat Methode. Wir schaffen uns einfach selber ab, dann ist das für Celesio & Co. nicht so mühsam.
#8Schön,
das wir keine anderen Probleme haben. Es geht uns gut, wir sind wirtschaftlich versorgt, DAS LEBEN IST SCHÖN! Wenn sich die Kammern jetzt noch FÜR die Apotheker einsetzten...
#7QMS, aber ja
Nachdem wir dann Alle zertifiziert sind, fällt die Regelbesichtigung usw. weg und zum Schluß schaffen wir die Kammer ab, weil wir haben ja die Rezertifizierer.
#6QMS für alle!
Wenn das wahr wird, möchte ich aus der Kammer austreten, um mit meinem Zwangsbeitrag nicht noch den Unsinn mitzufinanzieren. Das riecht doch förmlich nach ABM für Zertifizierungsanbieter, die wahrscheinlich sonst keiner mehr will. Aber wir haben ja die Zeit und das Geld dafür....und sonst nichts zu tun
#5Bürokratismus
Wäre das nicht einmal eine Abstimmung unter den Apothekenleitern wert?
#4Wer solche Freunde hat...
...braucht keine Feinde mehr. Fragt sich nur, wie in den letzten Jahrezehnten auch nur eine einzige Apotheke ihre Kunden fachgerecht versorgen konnte. War die Qualität wirklich so schlecht? Immerhin sind in Apotheken geschulte Fachkräfte am Werk. Zählt das gar nicht mehr? Dann holen wir doch die Hamburger-Griller beim (zertifizierten) McD raus, drücken ihnen unsere QMS-Handbücher in die Hand, dann können sie bei uns loslegen. Brauchen wir das? Angesichts solcher Forderungen reibt sich der Berufszweig der Zertifizierer genüsslich die Hände.
#3Da hofft man doch auf mehr Verstand .....
... bei den LAVén. QMS in Kleinbetrieben ist so ziemlich das dümmste seit der Erfindung des ewigen Wirtschaftswachtums. Die QMS-Geschichte ist schon sehr laaaaaang. Erstmal macht jede Kammer für sich ein QMS-System und jede Apotheke mit 98% gleichen Arbeitsabläufen macht nochmal ein individuelles QMS. Dann werden die Kammer-QMS bundesweit etwas vereinheitlicht, dann doch noch DIN-ISO kompatibel gemacht ......... und dann will die Regierung den QMS-Mist nichtmal verpflichtend einführen. Da haben die sich aber geschnitten, jetzt haben wir uns so schön damit beschäftigt. Also her damit ! Dabei hatte Rösler einmal einen lichten Moment ..... ob da noch so viele kommen ?
#2Sonst noch Sorgen?
Eingeführt wurde einst ein freiwilliges QMS und alle, die ein Qualitätsmanagementsystem einführen wollten, haben es getan. Das sollte eigentlich unserer BAK dann auch reichen. In der heutigen Apothekensituation noch mehr Auflagen zu fordern als ein Gesundheitsminister - der kennt wahrscheinlich die Wirkung unfreiwilliger QMS bei seinen ehemaligen Kollegen - das erinnert mich nur an die Selbstgeißelung der Flagellanten des Mittelalters. Haben wir sonst noch Sorgen? Im Übrigen erinnere ich an einen guten Ausspruch von Monika Koch vom DAV: "Man darf im Wettbewerb auch schlecht sein." Will heißen: der Kunde bemerkt die Qualitätsunterschiede schneller als wir denken.
#1Tolle Berufsvertretung
Da fühlt man sich doch wieder mal optimal ver- oder besser zertreten von der eigenen "Berufsvertretung". Als ob wir keine anderen Sorgen hätten als uns freiwillig und ohne Not weitere teure Verpflichtungen aufzuerlegen. Nicht mal Rösler will diesen sinnlosen und teuren Quatsch vorschreiben, dann muß uns natürlich die eigene Kammer damit quälen und abzocken. Vielleicht wird so endlich das inoffizielle Ziel erreicht tausende Apotheken aus dem Markt zu drängen. Wer solche Berufsvertretungen hat der braucht nicht mal Feinde um sich zu ruinieren. Super. Mein Entschluß, spätestens bei Inkrafttreten diesem Irrsinn zu entfliehen und mich noch ein paar Jahre unselbstständig durchzuschlagen wird jeden Tag fester!