Arzneimittelnamen

„X steht für Macht“ Carolin Bauer, 16.02.2016 09:51 Uhr

Berlin - Der Markenname ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Produkts. Das gilt auch für Arzneimittel. Scott Piergrossi vom Brand Institute unterstützt Pharmahersteller bei der Namensfindung. Der Prozess kann Monate dauern. Im Interview mit APOTHEKE ADHOC erklärt er, was einen guten Arzneimittelnamen ausmacht.

ADHOC: Haben Sie Lieblingsnamen?
PIERGROSSI: Ja. Einer meiner Favoriten ist Privigen der Firma CSL Behring. Jede Silbe repräsentiert etwas Spezifisches: „Pri“ steht für die Indikation primäre Immunmangelsyndrome. „ivig“ steht für Intravenöses Immunglobulin und „gen“ steht für nächste Generation. Auch Latisse von Allergan ist ein großartiger Name für ein Produkt zum Wimpernwachstum. Die Tonart beschwört förmlich lange, üppige Wimpern.

ADHOC: Wie entsteht ein Arzneimittelname?
PIERGROSSI: Für die Entwicklung eines Namens müssen zunächst die Kreativstrategien des Herstellers sowie die wichtigsten Merkmale und Vorteile des Produkts analysiert werden. Wir wollen einen Namen kreieren, der sowohl für Patienten als auch für medizinische Fachkräfte einprägsam ist und der die Punkte, mit denen sich das Präparat vom Markt abgrenzt, hervorhebt.

ADHOC: Wie viele Namen schlagen Sie vor?
PIERGROSSI: Pro Projekt schlagen wir zunächst 1000 Namen vor. Dann legt der Hersteller eine engere Auswahl seiner bevorzugten Namen vor. Bei diesen Kandidaten rollen dann verschiedene Prüfverfahren an. Darunter sind beispielsweise die Markeneintragung, Marktforschung, juristische Einschätzungen und eine sprachwissenschaftliche Analyse. Im Anschluss bleiben etwa zehn Namen übrig, die bei den Zulassungsstellen eingereicht werden können. Meist gibt die Behörde nur eine Variante frei.

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