Barrierefreiheit

HV-Tisch und Rowa tiefergelegt Julia Pradel, 25.01.2016 08:59 Uhr

Berlin - Apotheker Dr. Ralf Schabik setzt ganz auf Barrierefreiheit: Nicht nur Kunden sollen sich frei bewegen können, sondern auch seine Mitarbeiter. Seit einigen Jahren beschäftigt Schabik in der Wallenstein-Apotheke am Röder im bayerischen Altdorf immer wieder Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

Altdorf ist eine Kleinstadt mit rund 15.000 Einwohnern. In der Stadt betreibt die Behindertenhilfe Rummelsberg das Wichernhaus, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Dazu gehören Wohnungen, eine Schule und ein Internat sowie ein Förderzentrum und eine Werkstatt. „Es gibt hier relativ viele Menschen im Rollstuhl, da ist man sensibilisiert“, erklärt Schabik.

Deshalb wollte er schon seine Hauptapotheke, die Wallenstein-Apotheke am Oberen Tor, barrierefrei einrichten. Zusammen mit dem städtischen Arbeitskreis „Mobil mit Handicap“ hat sich Schabik die Apotheke vorgenommen. Dort gibt es inzwischen zum Beispiel einen abgesenkten HV-Tisch und breitere Wege. Das freue Rollstuhlfahrer genauso wie ältere Menschen oder Kunden mit Kinderwagen, sagt Schabik.

Bei der Filiale, die er 2010 gründete, wollte Schabik noch weitergehen. Dabei dachte er nicht nur an seine Kunden, sondern auch an das Personal – und an sich: „Ich habe die Diagnose MS bekommen“, sagt er. Bislang verläuft die Krankheit milde, doch Schabik macht sich Gedanken über die Zukunft. Dazu trägt auch seine ehrenamtliche Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr bei: „Ich erlebe dabei, wie schnell etwas passieren kann. Es kann jeden von uns treffen.“

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