Potenzmittel

Indiskrete Lieferung: Apotheker soll zahlen Carolin Bauer, 17.08.2012 13:45 Uhr

Berlin - Zwischen einer krankenhausversorgenden Apotheke und einem Klinikmitarbeiter hat es gekracht: Der Pfleger hatte sich im Mai das Potenzmittel Cialis (Tadalafil) bestellt. Versehentlich war auf dem gelieferten Umschlag nicht nur der Adressat, sondern auch der Medikamentenname zu sehen. Da der Pfleger bei der Lieferung nicht am Arbeitsplatz war, wurden die Tabletten dem Chefarzt übergeben. Aufgrund der ungewollten Indiskretion fordert der Pfleger jetzt 2500 Euro Schmerzensgeld von der Apotheke.

Vor dem Amtsgericht Bonn hat der 46-Jährige Ende Juli Klage wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte eingereicht. Er sieht durch den Vorfall seine Intimsphäre angegriffen. Man habe ihn mit der indiskreten Lieferung auf der Station bloßgestellt, heißt es in der Klageschrift. Denn der Chefarzt hatte die heikle Ware auch noch an die diensthabenden Kollegen weitergegeben.

Zunächst hatte der Pfleger die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung gefordert. Im Wiederholungsfall hätte der Apotheker, der mehrere Bonner Krankenhäuser beliefert, dann 5000 Euro zahlen müssen. Der Pharmazeut entschuldigte sich zwar, weigerte sich aber, die geforderte Erklärung zu unterschreiben oder Schmerzensgeld zu zahlen. Ob es zu einer Verhandlung kommt, wird sich dem Gericht zufolge in den kommenden Wochen entscheiden.

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Ältere Kommentare lesen 7 Kommentare
  • 17.August 2012, 17:31Uhr
    Community Mitglied

    #7Wer hat's ihm denn verschrieben?

    Der Chefarzt? Und? Rabatt bekommen?

  • 17.August 2012, 17:07Uhr
    Community Mitglied

    #6unfassbar !

    Mist - seitens der Apotheke wurde ein Fehler gemacht. ABER: Lediglich EINE Person hat Kenntnis von dem Präparat und damit einer möglichen Diagnose erhalten. Die Weiterverbreitung der Information ohne jegliche Legitimation ist der eigentliche Skandal. Also gehört der Chefarzt disziplinarisch belangt. Und zwar kräftig. Denn die Übergabe von Apotheke an Arzt darf noch unter "Schutz der Privatsphäre durch Schweigepflicht" gebucht werden. Aber in diesem scheisskorrupten System wird jeglicher Dreck wieder beim Apotheker abgeladen.

  • 17.August 2012, 16:23Uhr
    Community Mitglied

    #5leferung an klinikpersonal

    ich will nicht wissen, was alles an klinikpersonal seitens der krankenhausapotheke gliefert wird. nicht auch das noch!

  • 17.August 2012, 15:37Uhr
    Community Mitglied

    #4Oh Mann,

    soll er halt Golf spielen gehen. Frei nach dem Motto haben Sie noch Sex oder spielen Sie schon Golf?

  • 17.August 2012, 15:33Uhr
    Community Mitglied

    #3khs-ware

    meiner kenntnis nach gibt es die von cialis nicht. Ich hoffe der Pfleger hatte ein Rezept, sonst wird es für beide parteien schwierig.

  • 17.August 2012, 14:54Uhr
    Community Mitglied

    #2Krankenhausware?

    Und jetzt bin ich ebenfalls gespannt, ob der Pfleger mit Krankenhausware oder mit normaler Ware beliefert wurde? Und falls nicht mit normaler Ware, ob dieser Verstoss gegen die AMPV jetzt entsprechend geahndet wird?

  • 17.August 2012, 14:06Uhr
    Community Mitglied

    #1Noch ein Risikofaktor,

    dem ein Apothekeninhaber ausgesetzt ist und für den es keinerlei Beachtung und Würdigung seitens der Politik und Bevölkerung gibt! Was ist mit dem Chefarzt? Gerade ein Mensch in dieser Situation muss doch wissen, was Verschwiegenheitspflicht und Patientenrecht bedeuten...!

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