Steuerbetrug

Holland-Connection: Apotheker freigesprochen APOTHEKE ADHOC, 06.03.2017 09:50 Uhr

Berlin - Schlecht beraten, Prozess gewonnen: Das Landgericht Chemnitz (LG) hat Apotheker Eugene van E. vom Vorwurf des Steuerbetrugs freigesprochen. Knapp zwei Millionen Euro soll der Niederländer mit vermeintlich grenzüberschreitendem Versandhandel hinterzogen haben. Im Strafverfahren konnte er das Gericht überzeugen, dass seine Weste weiß war und seine Berater die Schuld trugen.

E. ist seit 2000 Inhaber einer Apotheke in Bad Schlema; in einem Ärztehaus in Chemnitz betreibt er eine weitere Apotheke. Zur Gruppe gehören außerdem ein Großhandel, ein Sterillabor und eine Immobiliengesellschaft, der mehrere Ärztehäuser gehören. Die Firmen haben ihren Sitz ebenfalls in Chemnitz. Allein der Großhandel soll 2014 mehr als 20 Millionen Euro Umsatz gemacht haben.

Seit 2005 unterhält E. in der Nähe von Amsterdam außerdem die Versandapotheke Postpills. Ihre Rezepte müssen die Kunden allerdings an ein Postfach in Chemnitz schicken; ab zwei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist der Versand gratis.

Laut Staatsanwaltschaft ist das Geschäft hierzulande steuerpflichtig. E. hätte die Umsatzsteuer, die er im Ausland gezahlt hat, hier im Inland zahlen müssen, so eine Gerichtssprecherin. Heißt: Statt 6 hätte er 19 Prozent abführen müssen.

Seit Herbst musste sich E. vor der Wirtschaftsstrafkammer des LG Chemnitz verantworten; es gab eine ganze Reihe an Verhandlungsterminen. Der Staatsanwaltschaft zufolge sind knapp drei Jahre lang falsche oder teilweise gar keine Steuererklärungen abgegeben worden. Der Schaden soll bei mehr als 1,9 Millionen Euro liegen.

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