Heimversorgung

Verfahren gegen Blister-Apothekerin eingestellt APOTHEKE ADHOC, 04.01.2016 15:35 Uhr

Berlin - Das Verfahren gegen Apothekerin Ulrike Diegmann aus Bad Tölz wegen angeblich falsch verblisterter Arzneimittel wurde eingestellt. Sie hatte sich vor dem Amtsgericht Wolfratshausen gegen den Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung wehren müssen, weil sie Clonazepam und Clozapin verwechselt haben soll. Das Verfahren wurde gegen Zahlung von 1000 Euro eingestellt.

Gegen die Leiterin der Stadt-Apotheke in Bad Tölz, die das Heim mit verblisterten Arzneimitteln versorgt, wurde Strafbefehl gestellt. Sie soll das falsche Medikament abgegeben haben, statt des krampflösenden Clonazepam das Präparat Clozapin Hexal – mit der häufigen Nebenwirkung Krampfanfälle. Ein Heimbewohner hatte einen 15-minütigen Krampfanfall erlitten und wurde auf die Intensivstation des Kreiskrankenhauses eingeliefert. Seit Anfang Dezember verteidigt sich Diegmann vor dem Amtsgericht, heute wurde der Prozess fortgesetzt und gegen Auflage eingestellt.

„Ich habe kein falsches Arzneimittel abgegeben“, betont Diegmann. Das sei technisch gar nicht möglich. Dafür sorge der Kontrollmechanismus des Blisterautomaten von HD Medi, ein fotografischer Abgleich und eine händische Kontrolle der fertigen Blister durch ihre Mitarbeiter.

In dem Verfahren ging es unter anderem um die Frage, ob der Patient überhaupt ein falsches Arzneimittel erhalten hatte. Die Apothekerin hatte dies ausgeschlossen. Ein Gutachter hatte der Süddeutschen Zeitung (SZ) zufolge am zweiten Verhandlungstag erklärt, dass ein logischer Zusammenhang zwischen der Einnahme von Clozapin und dem ungewöhnlich heftigen Anfall des Epileptikers bestehe. Während unter Clozapin als häufige Nebenwirkung Krampfanfälle aufträten, dürfe Clonazepam bei Epileptikern nicht plötzlich abgesetzt werden, da die Gefahr eines Anfalls bestehe.

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