Gerangel um Inkontinenz-Vertrag Julia Pradel, 19.03.2012 15:16 Uhr
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Nicht für DAK-Versicherte: Der BVDA hat einen Hilfsmittelliefervertrag abgeschlossen, den der DAV nicht gut findet.Marcus Witte
Berlin - Wenn mit den Krankenkassen über Hilfsmittel verhandelt wird, hat der Deutsche Apothekerverband (DAV) oft die Wahl zwischen Pest und Cholera: Entweder werden ungünstige Passagen in den Lieferverträgen akzeptiert, oder das Marktsegment wird Anderen überlassen. Bei den Verhandlungen mit der DAK über aufsaugende Inkontinenzprodukte und Stomaartikel wurde dem DAV die Entscheidung nun abgenommen: Der Bundesverband Deutscher Apotheker (BVDA) hat den Liefervertrag mit der DAK geschlossen. Beim DAV stößt dieser Alleingang auf Protest.
Seit Sommer hatten DAV und DAK verhandelt. Am Ende scheiterten die Gespräche, weil die DAK partout die Gebühren für die elektronischen Kostenvoranschläge auf die Apotheker abwälzen wollte. Anders als beim Hilfsmittelliefervertrag mit Barmer und TK pochte die DAK auch bei preiswertesten Produkten auf einen Kostenvoranschlag. Die Apothekerverbände hatten diese Forderung als inakzeptabel angesehen. Gegen die sture Haltung der DAK prüft der DAV zurzeit rechtliche Schritte.
Während man in der Jägerstraße noch zögerte, ergriff der BVDA vor einigen Wochen die Chance: Der Verband, der nach eigenen Angaben 2000 Apotheken vertritt, kam der Kasse mit großzügigen Zugeständnissen entgegen und schloss einen eigenen Rahmenvertrag. Demnach muss jeder Kostenvoranschlag über die Internetplattform des Dienstleister medicomp eingereicht werden – monatlich kostet das 10,20 Euro, hinzu kommen 50 Cent für jeden genehmigten Antrag. Wer dem Liefervertrag beitreten will, muss außerdem an den BVDA zahlen: Pflicht für jeden Apotheker ist die Teilnahme an einem Seminar über Miktionsprotokolle und Beratungsgespräche. Dafür werden 195 Euro fällig.
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#8Die ABDA in Europa
...ist nur eine unter vielen. Wir müssen so gut werden, daß die anderen das rote, gotische A wollen... Das geht vielleicht besser mit einem Konsens und Geld? ...für die Ausbildung der PTAs, für die Manpower an den richtigen Stellen, für eigentlich alles fehlt Geld & Idealismus :-( Und wir brauchen natürlich die wohlwollende Güte der jeweiligen Gesetzgeber und von Seiten der Politik.
#7dieser Thread ist jetzt schon zu alt, als das ihn jemand liest
so können nur die Leute, die das hier lesen die o.g. Punkte eventuell, wenn sie Lust darauf haben, mit den regionalen Verbänden besprechen. Ob neben den "wichtigen" Themen noch Zeit dafür bleibt? Man müsste viel mehr darüber nachdenken, was der gemeinsame Internet-Auftritt der Apotheker alls können sollte. Hier noch ein Punkt, über den man im Zusammenhang mit Internetauftritt nachdenken könnte: - elektronische Hilfsmittelgenehmigung :-) ...vielleicht müsste einfach mal die Schnittstelle zwischen den regionalen Verbänden/DAV und der ABDA überprüft werden und die Probleme lösen sich dann von selbst? ...die Politik zumindest ist nicht in den 70er stehengeblieben. Die Kommunikations-Strukturen innerhalb der regionalen Verbände sind aber vielleicht schon ein wenig angestaubt? ...ohne das jetzt werten zu wollen ^^ Die ABDA ist zweifelsfrei unsere Interessenvertretung hier und in Europa. Wenn es keine ABDA gäbe, sollte man sie erfinden. Dort liegen schlicht und ergreifend einfach andere Tagesordungspunkte auf dem Tisch. Andere Länder, andere Fritten. Bei der ABDA arbeitet man am Weißbuch für Apotheken in der EU. Da gibt es Parapharmacien, Grüne Kreuze, Blaue Kreuze, und ganz viele unterschiedlichste Interessengruppen, die deren Pharmazeuten im Laufe der Zeit erfunden haben. Es gibt ja noch die FIP... Es ist niemandem geholfen, wenn die regionalen Verbände & der DAV die Verantwortung auf die ABDA abwälzen wollen und die ABDA sagt, sie wisse von nix. Der DAV ist unsere gemeinsame Interessenvertretung innerhalb der Wirtschaft. .. (!) Nicht der BVDA^^ Vielleicht sollte man dort ein wenig über RX-Boni, Pickup, Aponet, Vergütungsmodelle usw kommunizieren. Und zwar so, daß eine grobe Richtung für Apothekenleiter erkennbar ist. Da liegt offensichtlich ein Fehler im System direkt vor uns und wir sind alle zu blöde ihn zu benennen, zu isolieren und an seiner Verbesserung zu arbeiten. Vielleicht werden wir aber auch durch Interessengruppen manipuliert, die nicht am Konsens teilhaben wollen? MGDA, Versandhändler, usw nutzen ja auch unsere Manpower und schmälern unseren Kuchen. Es sind sehr viele Interessengruppen in der Wirtschaft, die sich allemöglichst große Stücke vom Kuchen holen möchten. Die ABDA hat uns doch das Aponet eingerichtet? ...und wir haben es nicht weiterentwickelt. Es ist doch unser aller Fehler, nicht nur ein Rohrkrepierer der ABDA. Sofern man überhaupt von Fehler sprechen sollte. Rom wurde auch nicht an einem Tag gebau :-) ...ich verstehe die Kritik nicht wirklich, die Sie an der ABDA haben? ...das ist doch nur die Dachorganisation der regionalen Verbände, oder habe ich das nicht richtig verstanden? Wie kann man die Schnittstellen lokaler Verband/DAV/BAK/ABDA/Politik besser machen? ...ich meine, sowas gibt es weltweit noch nirgends? Verbandsarbeit - wie sollte man was besser machen? Die Politik sollte wieder einen Grund bekommen auf die Vorschläge der regionalen Verbände zu reagieren, weil sie gut sind. (!) Wenn die Politik keine Menschen hat, auf den sie besser mal hören sollte, dann brauchen wir keine Kammern. Die vertreten als Selbstverwaltungsorgane die beruflichen Interessen der Apotheker/-innen. Die Kammern sind für die Verbände da, nicht gegen die Verbände. So ist das System aufgebaut. Schnittstellen sollen ja bewusst keine große Reibungsfläche erzeugen, sondern Synergien freisetzen. Wenn wir keine Kammern hätten, gäbe es Wildwuchs bei den regionalen Verbänden und Apotheken. Darauf steuern wir gerade zu. Dabei ist die ABDA der einzig wahre Player, den wir Apotheker mit dem Apotheken-A haben. Man kann es ganz klar sehen bei der Empfehlung für der ABDA für die Anpassung der Arzneimittelpreisverordnung. Die ABDA hat genau das Gegenteil empfohlen, von dem was der Gesetzgeber tut. Wir müssen wieder so gut werden, daß die Politik wieder Gründe hat, auf uns zu hören... Ich persönlich denke es geht mit der Kompetenz, Sorgfalt und dem Ideenreichtum einer Gruppe, die alle Verbandsmitglieder beinhaltet, Ich sehe ja seit Jahren schon, wie schwer es ist, Ideen einzubringen. Die großen Themen wie Rabattverträge, Hilfmittel, Versand, Filialisierung, Heilberuf, Pipapo, Aponet, usw... sowas blockiert die ganze Kommunikation?! in einer eher dezentralen, länderbasierten Verband-Struktur, die auch mal gute Ideen durchlässt, ist doch nix auszusetzen? Man müsste dafür nur ein 1:1-Abbild der jetzigen Verbands-Struktur in den Apotheken-Messenger einpflegen. Und einen Abstimmungs-knopf installieren. Dann würde sich das ganze System besser und effektiver selbst verwalten. Natürlich muß es mit größter Sorgfalt angelegt werden, weil ... weil... Sie wissen schon ;-) ...alleine die Auswahl der Punkte, über die abgestimmt werden sollte ist nicht einfach. Mal wäre dann der eine mehr präsent, mal der andere. Der eine macht sich ein Lebenswerk draus und der andere kümmert sich 'n Scheißdreck darum. (Verzeihung :-)
#6Mangelnde Informationen
Wenn der BVDA wenigstens mit dem Fax des Beitrittsangebotes, das wohl an jede Apotheke verschickt wurde, auf die kostenpflichtigen Bestandteile aufmerksam gemacht hätte. Aber Fehlanzeige! Die DAK sourct out (Senkung ihrer Verwaltungskosten) und bürdet die Genehmigungskosten dem Leistungserbringer auf, der zudem noch nicht einmal kostendeckend liefern soll. Vielen Dank BVDA für diesen Vertragsabschluß! Auch so kann man Anti-Werbung für einen Verband machen.
#5Was machen die "Anderen"?
Mich interessiert hier, was denn die Inko-Versorgenden Nicht-Apotheken machen, bzw. wie deren Vertrag aussieht. Wenn es die gleichen Knebelverträge sind, dann hat die DAK nur noch Schmalz in der Birne. Wenn es Verträge sein sollten, die die Versorgung durch diese "Dritten" weit mehr bevorzugen als uns, dann ist das absolute Frechheit. Gibt's da 'ne Behörde, die sowas überprüft? Machen bzw. dürfen das die Kartellrechtler?
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#3lachhaft
da muß man 10,20€ noch löhnen um die monatliche Versorgungspauschale von knapp 30€ zu bekommen?WOW das lohnt sich wirklich noch.. Danke BVDA, Danke DAK
#2falsch zitiert oder keine Ahnung ?
Frau Fritsch wird hier zitiert: "Der elektronische Kostenvoranschlag sei das Verfahren der Zukunft – wenn Apotheker diese Methode verweigerten, gäben sie ein Marktsegment auf." Sorry - hat hier apotheke-adhoc falsch zitiert oder hat die Dame wirklich keine Ahnung ??? Es geht den Verbänden mitnichten um eine Ablehnung des eKV. Im Gegenteil - die VSA hat seit Monaten ein geniales Tool hierfür - vom Verband fachlich begleitet -, und seit die "Gegenseite" (zB der Provider der BARMER) das Verfahren auch beherrscht, funktioniert der eKV ganz gut, unproblematisch, vergleichsweise unbürokratisch. Was die DAK so einzigartig unverschämt macht: Wir Apotheker sollen dafür, dass wir den eKV nutzen (und dadurch auch der Kasse Kosten ersparen) 10,20 Euro im Monat löhnen. Die spinnen doch wohl - und SO einen Knebelvertrag kann man nicht unterschreiben, zumal nicht bei Produktgruppen, an denen sowieso nix verdient ist. Wie gesagt - wurde Frau Fritsch falsch zitiert, oder akzeptiert sie wirklich widerstandslos, dass wir mehr als 120 Euro im Jahr abdrücken müssen ? Wenn DAS Schule macht ... Feierabend ...
#1Elektronischer Kostenvoranschlag
Sorry, meine Erfahrungen mit dem eKV bei den Kassen sind eher bescheiden. Die meisten Mitarbeiter der kranken Kassen wissen gar nicht was das ist und so verschwanden bei uns schon bei AOK und einigen BKKs unsere schönen eKVs im digitalen Nirvana. Dass so etwas für niedrigpreisige Inko-Artikel gefordert (und akzeptiert) wird ist mit Verlaub völlig bescheuert. Allein die "Abokosten" für den eKV sind eine Unverschämtheit. Wer so etwas akzeptiert ist selbst schuld.