Fall Brücken-Apotheke

Apotheker können auf Schadenersatz klagen Alexander Müller, 17.02.2017 10:33 Uhr

Berlin - Das Verfahren um die „Brücken-Apotheke“ ist vermutlich demnächst Geschichte. Wenn der an der Abmahn-Aktion aus dem Jahr 2014 beteiligte Rechtsanwalt einen fünfstelligen Betrag an gemeinnützige Organisationen spendet, stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren endgültig ein. Betroffene Apotheker werden nicht entschädigt, sie können allenfalls selbst für ihre Kosten streiten.

Becker hatte im Auftrag von Apotheker Hartmut Wagner im Dezember 2014 mehrere tausend Apotheken abgemahnt. Die Aktion war recht offenkundig rechtsmissbräuchlich, gegen beide wurde Strafanzeige gestellt. Wagner ist zwischenzeitlich verstorben, gegen Becker wurde wegen des Verdachts des versuchten Betruges jedoch weiter ermittelt. Gegen Auflage wird das Verfahren jetzt eingestellt.

Parallel zum Strafverfahren hatten mehrere betroffene Apotheker zivilrechtlich auf Schadenersatz geklagt. Sie forderten von Becker die Erstattung ihrer Anwaltsgebühren. Diese Verfahren sind zum Teil noch anhängig und können nach der Entscheidung der Staatsanwaltschaft Leipzig weiter geführt werden. Wie viele Verfahren und mit welchen Forderungen aktuell laufen, ist nicht bekannt.

Doch allein die Stuttgarter Kanzlei Oppenländer hatte im Auftrag von etlichen Apotheken vor dem Landgericht München II Schadenersatzansprüche in sechsstelliger Höhe geltend gemacht. Hintergrund ist, dass Wagner und Becker unter anderem rund 2500 Apotheken abgemahnt hatten, die den Homepage-Anbieter apotheken.de benutzten.

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