Künstliche Befruchtung

Kasse bezahlt Patientin statt Apotheke Julia Pradel, 25.01.2016 15:06 Uhr

Berlin - Arzneimittel zur künstlichen Befruchtung können in Apotheken schnell für Schwierigkeiten sorgen: Gegenüber den Krankenkassen darf nur die Hälfte der Kosten abgerechnet werden, den Rest müssen die Patienten zahlen. Doch selbst wenn die Kasse den gesamten Betrag übernimmt, kann es kompliziert werden, wie in einer Apotheke in Rheinland-Pfalz: Die Apotheke war in Vorleistung gegangen, die Kasse zahlte aber an die Patienten aus. Seitdem wartet der Apotheker auf sein Geld.

Im September des vergangenen Jahres gab Apotheker Rolf Jägers Arzneimittel zur künstlichen Befruchtung an eine Patientin ab. Sie ist bei der Knappschaft versichert, die als eine von wenigen Kassen die vollen Kosten übernimmt. Auf dem Rezept wird trotzdem – wie üblich – nur die Hälfte des Preises veranschlagt. Den zweiten Teil bezahlt entweder die Patientin und holt sich das Geld von ihrer Kasse zurück, oder sie unterschreibt in der Apotheke eine Abtretungserklärung.

Diesen Weg wählte die Patientin von Jägers. Er schickte die Erklärung mit den zusätzlichen Unterlagen an die Knappschaft und wartete. Vergeblich. Als er sich später nach dem Verbleib seines Geldes erkundigte, stellte sich heraus, dass die Knappschaft es direkt an die Patientin überwiesen hatte.

Jägers' Versuche, die rund 600 Euro von der Kasse oder der Patientin zurückzubekommen, verliefen bislang erfolglos. „Wir haben die Kundin schon zweimal angemahnt, aber sie hat das Einschreiben gar nicht angenommen“, berichtet der Apotheker. Nun hat er sich ein weiteres Mal an die Knappschaft gewandt, die Unterlagen erneut gefaxt und hofft auf ein Einsehen. 

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