Hilfstaxe

DAV: Mehr Geld für Heroin-Substitution APOTHEKE ADHOC, 22.06.2012 10:06 Uhr

Berlin - Seit März gibt es neue Preise für Rezepturen in der Substitutionsbehandlung. Zwar können die Apotheken bei Methadon-Rezepturen 5 Prozent weniger und bei Levomethadon-Zubereitungen 3 Prozent weniger abrechnen. Allerdings ist auch der Abschlag von 5 Prozent weggefallen; unter dem Strich sind die Preise also weitgehend konstant geblieben. Trotzdem will der Deutsche Apothekerverband (DAV) neu verhandeln. Noch wird gerechnet.

Bereits im April hatte die Mitgliederversammlung des DAV beschlossen, die Anlagen 4 bis 8 der Hilfstaxe zu kündigen, da die Preise nicht angemessen seien. Ziel sei es, Verhandlungen zur Verbesserung der Honorierung aufzunehmen, so ein DAV-Sprecher.

Die Hilfstaxe kann mit einer Frist von drei Monaten zum Quartalsende gekündigt werden. Bis Ende Juni müsste daher der GKV-Spitzenverband entsprechend informiert werden, damit ab Oktober neue Konditionen gelten könnten. Die Neuverhandlungen haben bereits Ende Mai begonnen.

Doch beim DAV zögert man offenbar: Der Geschäftsführende Vorstand spricht sich dafür aus, vorerst von der Kündigung abzusehen. Zu den Gründen gibt es keine Stellungnahme. Angeblich fehlen aber noch Zahlen, um mit konkreten Vorschlägen in die Gespräche zu gehen. Die Landesverbände sollen nun darüber entscheiden, ob die Vereinbarung gekündigt werden soll oder nicht. Der nächste Termin wäre entsprechend Ende September mit Wirkung zum Jahresende.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 3 Kommentare
  • 22.Juni 2012, 16:06Uhr
    Community Mitglied

    #3Eine neue Berechnung ist doch ganz einfach:

    da wir in Zukunft auf die Defektur verzichten (die neue Apothekenbetriebsordnung ist ja darauf ausgelegt.....) werden wir das einzige Fertigarzneimittel nehmen - Eptadone. Aufschlag für unverarbeitete Abgabe 100 % plus Gefäß ....

  • 22.Juni 2012, 11:39Uhr
    Community Mitglied

    #2Einfach bleiben lassen.

    Dezentrale Substitution mit maximal 20 Patienten ist sinnvoll, da effektiv, aber bei der momentanen Vergütung sind nicht einmal die Hälfte der Kosten gedeckt. Wenn unsere Gesellschaft -in diesem Fall vertreten durch die Krankenkassen(?) - lieber höhere Rückfallqoten haben möchte mit allen Konsequenzen, dann sollte man diesen Weg weitergehen und nur noch Dumpingentlohnung vorschreiben.

  • 22.Juni 2012, 11:30Uhr
    Community Mitglied

    #1Diese Kündigung ist ein MUSS!

    Die Abrechnungspreise sind angesichts der Verantwortung und des Arbeits- und Dokumentationsaufwands ein Witz. Und ich kanns nur immer wieder sagen: Die Kassen sind auf uns angewiesen. Nicht nur in diesem Bereich! Es wird Zeit, dass wir das auch mal zeigen..

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