Betriebsprüfung

Prokas-Apotheker im Visier des Fiskus Alexander Müller, 15.12.2015 09:59 Uhr

Berlin - Betriebsprüfungen sind meist keine angenehme Angelegenheit. Besonders unerfreulich ist der beträchtliche Aufwand einer Prüfung in der Vorweihnachtszeit, wegen der Verjährung zum Jahreswechsel jedoch keine Seltenheit. Derzeit erleiden verstärkt Apotheken mit dem EDV-System Prokas dieses Schicksal. Der Fiskus ist einer Manipulationsmöglichkeit auf der Spur, die es früher in der Apothekensoftware gegeben haben soll. Sogar die Steuerfahndung hat schon in der Awinta-Zentrale vorgesprochen und Daten beschlagnahmt.

Prokas-Anwender bekommen derzeit häufiger Post vom Finanzamt. Vor allem in Nordrhein-Westfalen sollen Apotheken mit der Awinta-Software fast flächendeckend eine Prüfungsanordnung erhalten. Ein weiterer Schwerpunkt der Prüfungen soll Baden-Württemberg sein.

Hintergrund ist ein Fund, den der Fiskus im Rahmen einer Betriebsprüfung gemacht haben soll. Demnach wurde der Einsatz einer Manipulationssoftware in Apotheken nachgewiesen. Mit diesem sogenannten „Zapper“ können Umsätze nachträglich verkürzt werden, ohne dass dies direkt in der Warenwirtschaft dokumentiert wird. Die Auswirkungen des Zappers sind von den Steuerprüfern gleichwohl nachweisbar.

Auf der Suche nach Beweisen hatte die Steuerfahndung Mannheim bereits am 25. November 2014 die Geschäftsräume von Awinta durchsucht. Beschlagnahmt wurden internen Angaben zufolge Kassendaten von Kunden. Die relevanten Buchführungsdaten der Apotheken liegen bei Awinta vor, wenn das Softwarehaus seine Kunden bei der Betriebsprüfung unterstützt.

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