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Pharmazierat kontrolliert Beratung Julia Pradel, 12.02.2016 15:06 Uhr

Berlin - Als würden Pharmazieräte nicht schon genug Punkte auf ihrer Checkliste haben – seit 2014 nehmen sie auch die Beratung in der Apotheke unter die Lupe. Aus Sicht von Christian Bauer, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD), läuft das gut: Zwar würden die meisten Apotheken versuchen, vernünftig zu beraten – manchen könne man aber noch Tipps geben.

Bei ihrer Jahrestagung 2014 hatten sich die Pharmazieräte unter anderem mit der in der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) vorgeschriebenen Beratungspflicht beschäftigt. „Eine strukturierte Beratung aller Kunden und Patienten rund um das Arzneimittel und um Gesundheitsfragen ist eine unverzichtbare Aufgabe im Rahmen des Versorgungsauftrags“, hieß es in der verabschiedeten Resolution.

Dazu zählen die Pharmazieräte die Feststellung des Beratungsbedarfes „bei jeder Abgabe von Arzneimitteln“. Die Apotheker müssen bei Bedarf über die patientengerechte Dosierung, Einnahme- und Anwendungshinweise, Neben- und Wechselwirkungen sowie therapiefördernde Maßnahmen informieren. Die Pharmazieräte beschlossen, „im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung der Arzneimittelversorgung“, den Bereich Beratung „verstärkt“ überwachen zu wollen.

Wie das in der Praxis aussieht, entscheidet jeder Pharmazierat selbst. „Ich schaue zum Beispiel, inwieweit die Interaktionschecks in der Software genutzt werden“, sagt Bauer. „Ist die Funktion überhaupt eingeschaltet – oder ausgeschaltet, damit die Abgabe schneller geht.“ In diesem Fall würde er den Mangel erfassen und dem Apotheker die Auflage geben, die Interaktionschecks einzuschalten.

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