G20-Gipfel

Apotheker: Ab 6 Uhr werde ich abgeriegelt Lothar Klein, 22.06.2017 14:59 Uhr

Berlin - Am 7. und 8. Juli findet in Hamburg der G20-Gipfel der wichtigsten Staats- und Regierungschefs statt – mitten in der Stadt. Proteste sind angekündigt. Das sorgt für enorme Sicherheitsprobleme: Gullydeckel werden zugeschweißt, Sicherheitszonen eingerichtet, schon jetzt Parkhäuser gesperrt. 15.000 Polizisten sollen die Hansestadt abriegeln. Betroffen sind auch die Apotheken. Es gibt Beschränkungen beim Zugang und bei der Belieferung durch den Großhandel. Kammerpräsident Kai-Peter Siemsen sieht die Arzneimittelversorgung aber nicht in Gefahr.

Die 20 Staatsführer tagen in der Hamburger Messe. Rund um das Gebiet gilt die Sicherheitszone 2. Dort wird der Zugang für Fremde an den Gipfeltagen beschränkt. Nur die Anwohnern können sich – nach entsprechend strengen Kontrollen – relativ frei bewegen: ihre Wohnung verlassen, einkaufen und gegebenenfalls zur Arbeit gehen. Der Lieferverkehr in dieser Sicherheitszone wird eingeschränkt, je nach Lage unterschiedlich streng. Apotheken und Großhändler müssen ihre Lieferungen anmelden.

Wie sich so etwas auswirkt, mussten schon die Apotheker erfahren, die kürzlich zur Delegiertenversammlung der Apothekerkammer wollten. Statt in der Universität fand das Treffen dieses Mal aus Kostengründen in einem Hotel statt. Weil aber das Parkhaus schon gesperrt war, war die Anreise nicht ganz komplikationslos.

Besonders betroffen aber ist Apotheker Christoph Rechni mit seiner Apotheke an der Elbphilharmonie. Dort findet zwar nicht der Gipfel statt. Aber weil der neue Hamburger Konzertsaal so schön klingt, wollen die Staatschefs auf Einladung von Angela Merkel dort am Freitagabend ein Konzert und ein Dinner genießen. Seit Wochen erfordert der geplante Konzertbesuch massive Sicherheitsvorkehrungen: „Schon vor drei Wochen wurden die Einzelhändler der Hafencity zu einer Versammlung gebeten“, erzählt Rechni, „dort wurde uns alles erklärt.“

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