Apothekenangestellte

Generation Y in der Apotheke Dr. Kerstin Neumann, 28.01.2016 11:01 Uhr

Berlin - Hierarchische Strukturen sind vorbei, der Mitarbeiter von heute möchte mitbestimmen und Verantwortung übernehmen. Das war das Fazit der Diskussion zum Thema „Zukunft des Arbeitsplatzes Apotheke“, die im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter Nordrhein (TGL) stattfand. Bei drohendem Fachkräftemangel müsse vor allem auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter eingegangen werden.

Apotheker deutschlandweit haben mehr und mehr Probleme, qualifiziertes Personal zu bekommen. Es sei aber schwierig, sich von anderen Apotheken abzusetzen, beispielsweise in einer Stellenanzeige. Manche gehen dabei ungewöhnliche Wege, wie der Leiter der Tittelbach-Apotheke in Pulheim, Constantin Biederbick, erklärte: „Ich versuche, die Besonderheiten meiner Apotheke herauszustellen, wie die Nähe zum öffentlichen Nahverkehr“, so der junge Apotheker.

Sein Kollege Max Breuer, zukünftiger Chef der väterlichen Apotheke in Würselen, würde das jeden Morgen für die Mitarbeiter angebotene Frühstück bei seinen zukünftigen Mitarbeitern ins Gespräch bringen. „Man muss sich absetzen“, meint Breuer. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Situationen, in denen den Mitarbeitern keine hohe übertarifliche Bezahlung angeboten werden kann, müsse man andere Wege suchen, um gutes Personal zu finden und zu halten.

Geld spiele zwar auch eine Rolle, darin waren sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde einig. In der sogenannten „Generation Y“, den ab 1980 Geborenen, gehe es aber inzwischen nicht mehr nur ums Geld, sondern vor allem darum, die Arbeit mit dem Privatleben gut verbinden zu können. Aus diesem Grund hat Breuer nach seinem Eintritt ins Geschäft zuerst den Arbeitsplan umgestellt. Anstelle eines starren Wochenplanes, in denen die Mitarbeiter von 9 bis 19 Uhr in der Apotheke sind, gibt es nun einen deutlich flexibleren Plan, der im Dreiwochen-Rhythmus wechselt und in dem jeder Angestellte von freien Tagen auch unter der Woche profitieren kann.

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