Sonder-PZN

Rezept-Joker 02567024 APOTHEKE ADHOC, 22.01.2016 10:21 Uhr

Berlin - Rabattvertrag oder Reimport: Wenn Apotheker sich nicht an die Abgabevorschriften halten können, steht ihnen die Sonder-PZN 02567024 zur Verfügung. Jedes 20. Rezept wird mit einem entsprechenden Hinweis versehen, wie eine Auswertung der Daten mehrerer großer Rechenzentren für das Jahr 2015 ergab. In den meisten Fällen wird der Joker gezogen, wenn der Patient akut versorgt werden muss.

Die Sonder-PZN 02567024 steht für abweichende Abgaben im Zusammenhang mit Rabattarzneimitteln und Reimporten. Je nachdem, was die Ursache ist, muss laut technischer Anlage 1 zum Rahmenvertrag im Feld „Faktor“ auf dem Rezept eine bestimmte Zahl eingetragen werden: Die Ziffern 2 und 3 stehen für Nichtverfügbarkeit des Rabattarzneimittels beziehungsweise des Reimports, die 5 für einen dringenden Fall und die 6 für pharmazeutische Bedenken.

Nach den Daten der Rechenzentren VSA, NARZ und AvP werden knapp 5 Prozent aller Rezepte mit dem Code bedruckt. Grundlage sind knapp 330 Millionen Rezepte aus mehr als 13.000 Apotheken. Pro Apotheke kommen damit mehr als 1100 Rezepte pro Jahr zusammen, in denen die Sonder-PZN genutzt wird. Beim NARZ liegt der Schnitt mit 1300 Verordnungen etwas höher.

Dass ein Rabattarzneimittel nicht verfügbar war, geben Apotheker in 15 Prozent der Fälle an, also zwischen 150 und 190 Mal pro Jahr. Hier haben einige Kassen zuletzt einen neuen Grund für Retaxationen ausgemacht: Wenn die Apotheke nicht nachweisen kann, dass der Hersteller zum Zeitpunkt der Abgabe nicht lieferfähig war, wird die Rechnung auf Null gekürzt. Defektbestätigungen des Großhandels genügen nicht, denn der Rahmenvertrag ist diesbezüglich zwar realitätsfern, aber eindeutig.

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