Apothekenbetriebsordnung

ApBetrO: Körperpflegemittel in die Apotheke Janina Rauers, 11.04.2012 13:48 Uhr

Berlin - Die neue Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) rückt näher. Immer klarer zeichnet sich ab, dass das Bundesgesundheitsministerium (BMG) die Änderungen der Länder akzeptieren wird. Nachdem die Liberalisierung von Notdienst, Botendienst und Rezeptur vom Bundesrat gestoppt wurde, geht es nun vor allem um Details. So muss das Apothekensortiment beispielsweise einen unmittelbaren Gesundheitsbezug haben.

Apothekenübliche Waren: Ausdrücklich erlaubt ist nun auch der Verkauf von Körperpflegemitteln. Eigentlich wollte das BMG den Spielraum der Apotheken noch weiter vergrößern. Doch der Bundesrat trat auch hier auf die Bremse. Statt einer Erweiterung fordern die Länder eine Einschränkung des Angebots: Nur ein mittelbarer Gesundheitsbezug reiche beim Nebensortiment nicht aus – schließlich hätten einzelne Apotheken in letzter Zeit Sanitärartikel oder Wellnessreisen angeboten.

Rezepturen: Die neue ApBetrO legt detaillierte Anforderungen fest. Grundsätzlich sollen Rezepturarzneimittel nach schriftlichen Anweisungen hergestellt werden, die der Apotheker oder seine Vertretung unterschreiben muss. Festgelegt werden müssen neben Darreichungsformen und Herstellungstechniken etwa Plausibilitätsprüfungen, Verpackungen, Arbeitsplatzvorbereitung und Freigabe sowie Dokumentation.

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APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 7 Kommentare
  • 16.April 2012, 10:29Uhr
    Community Mitglied

    #7Opfer und Täter ?

    Wenn ich mir manche Kommentare hier so durchlese, frage ich mich, ob die Verfasser eigentlich reflektiert haben, WER die ApBetrO verfasst und verabschiedet hat => WER also Opfer und WER Täter ist. Wer sich die Mühe macht, ein bisschen hinter die Kulissen zu schauen, wird erkennen, dass gerade die gescholtenen Kammern (in Zusammenarbeit mit den Verbänden) durch intensive Detailarbeit und entsprechende Stellungnahmen in Richtung Ministerium und Politik Böcke aus den diversen Entwürfen herausgekämpft haben, die uns nachhaltig geschadet hätten. Von wegen "nicht massiv bekämpft" - wir hatten in Bayern eine EIGENE Delegiertenversammlung zu dem höchst frustranen Thema ApBetrO !!! Vergessen darf man auch nicht, dass es APOTHEKER waren, die beim Ministerium immer wieder vorstellig wurden mit dem Ziel, die "normalen" Präsenzapotheken zu benachteiligen. Ich verstehe (wie #2) auch nicht, warum die Offizinapotheken derart Zielscheibe jedweden Schwachsinns sind, aber es sollte doch fairerweise festgehalten werden, dass die Repressalien in der ApBetrO NICHT auf dem Mist von Berufsvertretungen gewachsen sind, sondern einzig und alleine der Politik und ihren Helfershelfern zu verdanken sind. Ergänzung noch zum Notfalldepot: Ich habe die bayerischen Berufsvertretungen gebeten, auf dem kommenden DAT einen Antrag einzubringen, die Kosten für im Apothekenbetrieb üblicherweise NICHT benötigte, aber per Dekret vorzuhaltende Präparate auf die Solidargemeinschaft (analog Sprechstundenbedarf) umzulegen. Vielleicht unterstützt ja der eine oder andere den Vorschlag in seinem jeweiligen Bundesland ... denn es kann nicht angehen, dass wir Medikamente einkaufen müssen, die nachweislich in 99,x % der Apotheken regelmäßig zu entsorgen sind.

  • 12.April 2012, 13:13Uhr
    Community Mitglied

    #6Kammerbeiträge reduzieren

    Wer so eine Apothekenbetriebsordnung nicht massiv bekämpft hat jedes Vertrauen der niedergelassenen Apotheker verspielt. Wenn die Politik ein aufgeblätes Notfalldepot will, dann sollen es die Kranken Kassen auch bezahlen. Die Ärzte bekommen es schließlich auch auf Sprechstundenbedarfsrezept. Wer soviel Bürokratie für eine Rezeptur verlangt, der soll diesen Aufwand nach anderen Maßstäben entlohnen . Andere Freiberufler stellen einem für so einen Aufwand hunderte von Euro in Rechnung. Eins weiß ich, wenn ich in Rente gehe , gebe ich meine Approbation zurück, damit die Kammer keinen Cent mehr von mir verlangen kann.

  • 12.April 2012, 07:28Uhr
    Community Mitglied

    #5Danke

    Wieder ein Grund mehr seine Apotheke zu verkaufen. Auf Spiegel-Online war letzten zu lesen, dass jeder neue Angestellte 6 Tage im Callcenter von Otto verbringen muss. Vielleicht sollten unsere angeblichen Standesvertreter mal 6 Tage lang in der Offizin gearbeitet haben, damit sie wissen, was sie verzapfen. Vielleicht sollten auch die Kammerbeiträge vom anteiligen Umsatz auf anteiligen Gewinn umgestellt werden, dann merken die mal was los ist.

  • 11.April 2012, 20:05Uhr
    Community Mitglied

    #4Katheter im Notfalldepot

    Geile Idee - und wenn sie mal benötigt werden kann ich sie nicht auf Kasse abgeben, weil ich keine Zulassung dafür habe! Wie hirntot muß man eigentlich sein um so einen Schwachsinn fabrizieren zu dürfen? Und wenn Vater Staat will, daß ich Medikamente lagere, die garantiert nie gebraucht werden und alle paar Jahre vor sich hin verfallen, dann soll er sie auch bezahlen. Ich habe in 30 Jahren noch keine einzige Packung Morphin-Ampullen gebraucht, und das wird sich wohl auch nicht ändern. Bei Rezepturen kann ich auch nur noch hoffen, daß ich den Patienten elegant loswerde, scho bisher war das ein gigantisches Zuschußgeschäft, und jetzt soll ich den ganzen Quatsch auch noch dokumentieren und jahrelang aufheben. Ja gehts noch?

  • 11.April 2012, 17:13Uhr
    Community Mitglied

    #3Notfalldepot - teurer Müll

    Wer soll das Alles noch finanzieren? Wenn die Politik uns Notfall-Lagerhaltung vorschreibt, dann soll sie auch dafür sorgen, dass sie bezahlt wird - auch wenn die Präparate abgelaufen sind. Oder aber dafür sorgen, dass wir zeitgemäß bezahlt (entlohnt) werden.

  • 11.April 2012, 15:09Uhr
    Community Mitglied

    #2Gültigkeitsbereich

    der Apothekenbetriebsordnung, all ihrer unsinnigen und sinnigen Festlegungen bleibt mit vor allen straffen Kontrollen und saftigen Strafen einzig und allein die Präsenzapotheke. Ich weiss nicht wem die Apotheker vor Ort so sehr auf die Füße getreten sind, aber irgendwie ist es alles schauderlich. In Deutschland wird es Zeit dass a: an einem Tag mal nicht getankt wird und b: keine Apotheke geöffnet ist. Ich weiss es wird alles vor- oder nachgeholt, aber die Machtdemonstration des Volkes zum einen und der Apotheker zum anderen wäre es wert. Die ersten, welche die Umsetzung, Einhaltung und Durchsetzung mit all Ihrer Ihnen von wem auch immer gegebenen Macht praktizieren werden, werden die freundlichen Kollegen von den Kammern sein, die dann gleich noch den Pseudocustomer mit vorbeischicken. Ich liebe sie alle.

  • 11.April 2012, 14:21Uhr
    Community Mitglied

    #1notfalldepot und so weiter....

    bei allem respekt, da hat man sich aber mühe gegeben, die artikelliste zu erweitern, die wohl fast jede apotheke regelmäßig entsorgt, weil kein bedarf besteht. ich bin schon dankbar, dass nicht noch die schlangen-antisera ergänzt werden müssen, wo wir doch alle wissen, dass die haltung von eben solchen tieren in deutschland deutlich zugenommen hat. wollen wir nur hoffen, dass der notfallpatient nicht einen diensthabenen augenarzt als notarzt erwischt. man weis ja nie......der schraubenzieher und bohrer für rollstühle ist ja schon da. die kollegen der alten apotherriege werden sich wieder mal fragen, wie das eigentlich früher so lief. irgendwie ist es mir wohl entfallen - da muss es ja vor hygienmängeln und dürftigem notfalldepot massenhafte probleme gegeben haben. oder doch nicht: die schlangenhaltung war nicht so beliebt.

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