Rufnummernmissbrauch

Telefonterror in Notdienstapotheken Silvia Meixner, 20.03.2017 08:00 Uhr

Berlin - Nächtlicher Apotheker-Albtraum: Ein Unbekannter terrorisiert derzeit Apotheker im Notdienst: Immer wieder ruft der Inhaber der Telefonnummer 0151-4790 9724 an – und legt auf. Die Bundesnetzagentur rät zur Online-Beschwerde.

Der Unbekannte blockiert die Telefonleitungen. Patienten, die ein dringendes Anliegen haben, bekommen keinen Anschluss. Wer den Spieß umdreht und bei dem Unbekannten anruft, landet auf der Mailbox. Erster Ansprechpartner bei Telefonterror ist die Bundesnetzagentur. „Bei belästigenden Anrufen beziehungsweise Anrufversuchen ist es für uns zunächst wichtig, die genauen Umstände der Anrufe zu erfahren, wie zum Beispiel Datum, Uhrzeit und Häufigkeit der Anrufe. Diese Informationen werden mit dem Online-Beschwerdeformular zu Telefonbelästigungen abgefragt“, sagt eine Sprecherin.

Im konkreten Fall rät sie den betroffenen Apothekern, die genauen Umstände der Anrufversuche gegenüber der Bundesnetzagentur zu schildern, damit der Sachverhalt im Hinblick auf eine mögliche rechtswidrige Nutzung weiter aufgeklärt werden kann. Die Sprecherin: „Eine geschäftliche Handlung, durch die ein Marktteilnehmer in unzumutbarer Weise belästigt wird, ist unzulässig. Im Fall der rechtswidrigen Nutzung einer Rufnummer kann die Bundesnetzagentur geeignete Maßnahmen ergreifen, wie beispielsweise die Anordnung zur Abschaltung einer Rufnummer.“

Die belästigten Apotheker sind – auch wenn das kein Trost ist – mit ihrem Problem nicht allein. Im Jahr 2016 gingen bei der Bundesnetzagentur in Bonn 78.209 schriftliche Beschwerden und Anfragen zum Thema ein. Zudem gab es 22.338 telefonische Anfragen und Beschwerden zu Rufnummernmissbrauch und unerlaubter Telefonwerbung. Im Vergleich zum Jahr davor blieb das Beschwerdeaufkommen konstant auf hohem Niveau – 2015 zählte die Bundesnetzagentur 77.772 Beschwerden.

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