Akutversorgung

DAK nimmt Notfall-Retax zurück Carolin Bauer, 04.01.2016 08:01 Uhr

Berlin - Die DAK Gesundheit rudert bei der Retaxation eines Rezepts für die Notfallversorgung zurück. „Antibiotika mit einem Sonderkennzeichen bezüglich Akutversorgung werden nicht retaxiert“, sagt ein Sprecher. Die Kasse hatte bei einem Apotheker gekürzt, weil er nicht das rabattierte Arzneimittel abgegeben hatte.

Laut DAK gibt es keinen Kurswechsel beim Umgang mit Arzneimitteln in der Akutversorgung. „Möglicherweise ist unserem Fachzentrum hier ein Fehler unterlaufen“, sagt der Sprecher. Der betroffene Apotheker solle sich an das Fachzentrum wenden. „Wir nehmen die Retaxierung dann zurück.“

Apotheker Dietmar Frensemeyer hatte sich bereits gewundert, da zuvor nie retaxiert wurde, wenn er in der Akutversorgung unter Angabe der Sonder-PZN ein nicht rabattiertes Medikament sofort abgegeben hatte. Das Rabattarzneimittel sei nicht verfügbar gewesen, sagte Frensemeyer. Deshalb habe er das verordnete Präparat abgegeben. Auf das Rezept druckte er das Sonderkennzeichen 02567024. Eine Begründung vermerkte er nicht. Die Sonder-PZN müsse ausreichen, sagte er.

Die PZN steht für die abweichende Abgabe, wenn ein rabattiertes Arzneimittel nicht verfügbar ist. Laut Rahmenvertrag muss die Apotheke jedoch nicht nur die PZN aufdrucken: Ist ein rabattbegünstigtes Arzneimittel nicht verfügbar und macht ein dringender Fall die unverzügliche Abgabe erforderlich, hat die Apotheke dies zusätzlich auf der Verordnung zu vermerken. Dies gilt sowohl für die Akutversorgung als auch für den Notdienst.

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