Sachsen

Adexa: 63 Prozent unter Tarif APOTHEKE ADHOC, 30.04.2012 14:08 Uhr

Berlin - Zwei Drittel aller sächsischen Apothekenangestellten werden nach Angaben der Apothekengewerkschaft Adexa unterhalb des bundesweiten Gehaltstarifes bezahlt. Dies ergab eine Gehaltsumfrage der Adexa, an der sich rund 2000 Mitarbeiter beteiligt haben. Im Extremfall liegt das Monatsgehalt in Sachsen demnach bis zu 40 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Der Adexa-Umfrage zufolge bekommt jeder dritte sächsische Apothekenmitarbeiter monatlich bis zu 10 Prozent weniger als zwischen Adexa und dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheker (ADA) für die übrigen Bundesländer vereinbart. 8,5 Prozent der befragten Angestellten in Sachsen arbeiten sogar für ein Monatsgehalt, das mehr als ein Fünftel unter dem Bundestarif liegt.

Laut Adexa verdient eine Vollzeit-PTA im Freistaat 1300 Euro brutto, also 33 Prozent weniger als der Bundesdurchschnitt. Angestellte Apotheker erhalten jeden Monat 664 Euro oder 24 Prozent weniger als die tariflich bezahlten Kollegen in anderen Kammerbezirken. 32 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben zudem an, auch nicht die tarifliche Sonderzahlung in Höhe eines Monatsgehaltes zu erhalten. Insgesamt werden 63 Prozent aller Apothekenangestellten in Sachsen unter Tarif bezahlt.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 12 Kommentare
  • 3.Mai 2012, 15:10Uhr
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    #12Schwamm drüber

    Die meisten Schafe sind weiß. Das muss auch die Politik anerkennen. Kein Grund, in Sachsen einzumarschieren ;-) Das müssen die da unter sich klären. Die Adexa sollte sich in der momentan angespannten Situation zurückhalten und der ABDA den Rücken stärken. Ansonsten kommt viel Leid über uns.

  • 3.Mai 2012, 14:47Uhr
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    #11grober Keil

    heist also für Sie Kampf gegen die Apotheker in Sachsen. Na dann gute Nacht Deutschland. Bezüglich Notdienste kann ich Ihnen z.B. erwiedern, dass dieser in den Apotheken, die ich kenne in Sachsen und dass sind nicht wenige von den Inhabern höchst persönlich durchgeführt wird, und dass teilweise aufgrund veralteter Regelungen und Notdienstkreise wochenweise. Auch Sie sollten sich vor Ort erkundigen und keine Thesen aus der Ferne aufstellen. Vielleicht hilft so etwas dann zum Erkenntnisgewinn. Zu Ihrer Meinungsbildung sei noch bemerkt: Im Maschinenraum einer sächsischen Apotheke steht der Chef (zumeist) und oft 10 bis 12 Stunden am Tag. Woher Sie Ihre Erkenntnisse haben wird mir verborgen bleiben. Das was die Adexa jetzt tut ist schädlich für alle Apotheker in Deutschland. Von Verantwortung und Augenmaß würde ich mal lieber nicht sprechen. Ihr Satz "Wenn dann jemand mitreden möchte, kann es schon mal vorkommen, dass er nach seiner Mitgliedschaft gefragt wird." ist verfassungsrechtlich bedenklich. Mal drüber nachdenken.

  • 3.Mai 2012, 14:20Uhr
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    #10Nicht gut !

    Wer sich so verhält, muß einfach damit leben, daß sich Menschen wehren. Gewerkschaft, ADEXA, ADA, TGL hin oder her, es ist und bleibt unlogisch. Zeigen Sie mir doch die Apotheke, die wegen Mitarbeitergehältern schließen musste. Unternehmen, die an Umsatz verloren habe, warum auch immer, entlassen sofort Personal oder es stehen Stundenkürzungen, Gehaltskürzungen an. Selbsverständlich sitzen wir im selben Boot, nur die einen sind halt immer im Maschinenraum, macht ja nichts, dort ist es meistens warm. Glauben Sie wirklich, daß in Sachsen höhere Mieten bezahlt werden, Strom-und Wasserpreise höher sind, andere Kosten wesentlich sich von anderen Bundesländern flächendeckend unterscheiden. Ganz im Gegenteil Notdienste und Tätigkeiten von angestellten Apothekern werden im Osten von wesentlich billigeren Pharmazieing. gemacht. Sie sind aus dem für die gesamte Republick seit 60 Jahren bestehenden Erfogsmodell ausgestiegen -Gewerkschaften und Arbeitgeber handeln für die jeweilige Branche mit Augenmaß die jeweiligen Tarife aus !!! Diesen Austieg haben sie gemacht, weil sie das für nicht gut halten. Sie erhoffen sich dadurch bessere Kostenstrukturen etc. Was langfristig passieren wird, wird die Zeit zeigen. Wenn dann jemand mitreden möchte, kann es schon mal vorkommen, dass er nach seiner Mitgliedschaft gefragt wird. Burgfrieden ist sehr gut, nur auf einen groben Klotz gehört auch mal ein grober Keil.

  • 2.Mai 2012, 20:32Uhr
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    #9Unternehmerrisiko?

    Der zwischen ADA und Adexa ausgehandelte Tarifvertrag sieht bereits einige Jahre schon die Möglichkeit vor, bei nachweislichen Gewinneinbrüchen von der Möglichkeit der Kürzung des 13. Monatsgehaltes Gebrauch zu machen, ganz oder teilweise. Ein Austritt aus der Tarifgemeinschaft wäre m.E. nicht nötig gewesen. Aber ich würde gerne erfahren, wie es dazu gekommen ist... Immerhin hat es arbeitgeberfreundliche Änderungen des Vertrages gegeben, wie verringerte Kündigungsfrist und einen Tag weniger Urlaub. Es ist einzusehen, dass alle in einem Boot sitzen und hier nicht die Gehälter steigen können, wenn dort die Gewinne einbrechen, sodass es den Weiterbetrieb des Unternehmens gefährdet. Aber dann muss man auch richtig argumentieren und nicht fadenscheinige Unterschiede im Lohnniveau zwischen West und Ost anführen. Denn diese sind AUCH den Unterschieden in der Produktivität hüben wie drüben geschuldet.(Sicherlich läuft da auch Lohndumping) Diesen Unterschied kann man zwischen einer Apotheke in Düsseldorf, Berlin (Ost) oder Dresden(Ost) aber keinesfalls erkennen. Allerdings ein Durchreichen wirtschaftlichen Misserfolges an die Mitarbeiter. Gerechterweise hätten sie dann bis ca. 2007 an den Überschüssen beteiligt werden müssen. Für dieses Risiko (gibt) gab es ein Unternehmergehalt. Traurig, dass wir es nicht mehr haben. Welches Ziel die Adexa mit der Diskreditierung eines LAV verfolgt, erschließt sich mir allerdings nicht. Heißt solche Maßnahme nicht "Zuckerbrot und Peitsche"? Alle in Reih' und Glied, marsch, marsch! Naja, sie liefert unseren Gegnern Argumente, die dem gesamten Bundesgebiet schaden, nicht nur den Sachsen und schneidet sich damit ins eigene Fleisch. Wenn schon Bismarck, dann auch "Burgfrieden".

  • 2.Mai 2012, 15:29Uhr
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    #8tut mir leid

    ich kann aber momentan nichts weiter erkennen, als einen Keil in die Apothekerschaft zu treiben und einen Buhmann dafür zu suchen, dass die Politik nichts tun muß. Recherchieren Sie doch mal, welche Gründe zum Ausstieg der sächsichen Apotheker aus dem Tarifvertrag geführt haben. Lassen Sie sich desweiteren Zahlen von der Treuhand geben, die bundesweit agiert, welche Kosten insbesondere Personalkosten in den verschiedenen Bundesländern prozentual zum Umsatz so stehen, und vergessen Sie nicht den Selbstausbeutungsfaktor in den einzelnen Bundesländern zu vergleichen. Dann schauen wir mal, welche Reserven noch da sind. Desweiteren sollten Sie auch die Verhältnismäßigkeit der Lohnstruktur in den jeweiligen Bundesländern zu Rate ziehen oder auch die Gewinne der Apotheken in den jeweiligen Bundesländern vergleichen. Das Thema ist sicherlich so vielschichtig und aus verschiedenen Perspekiven zu betrachten, so dass diese Überschrift eher im Stil ein Bildzeitung ist und zusehr polarisiert.

  • 2.Mai 2012, 14:44Uhr
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    #7Gerechter Lohn

    Das Verhalten sächsischer Arbeitgeber ist und bleibt inakzeptabel. Wie würden den Apothekenleiter reagieren, wenn man die Überweisungen der Krankenkassen von diversen Faktoren abhängig machen würde. Zahl der Apotheken, Wirtschaftsleistung des Bundeslandes, politischer Einflußnahme und vieles mehr könnte sich die Politik da einfallen lassen. Die sächsischen Arbeitgeber nutzen hier die Situation aus und machen dies seit Jahren. Dies ist doch kein neues Phänomen. Sie sind gegenüber ihren selbstständigen Kollegen im Rest der Republick äußerst unfair. Jeder Arbeitgeber hätte hin und wieder Gelegenheit Mitarbeiter im Lohn zu drücken und übrigens hätten auch viele Mitarbeiter die Möglichkeit ihren Arbeitgeber im Stich zu lassen, wenn der Kollege um die Ecke mehr bezahlt. Es gibt so etwas wie Anstand und ungeschriebene Gesetze. Die Sachsen akzeptieren diese Regeln nicht. Das ist die Situation, also wesentlich unkomplizierter als manche hier es darstellen. Die Sachsen wollen freie Marktkräfte für die Mitarbeiter aber überspitzt formuliert, vorteilhaften Sozialismus für sich. Adexa ist eine Arbeitnehmervertretung und nicht ein Anhängsel der selbstverständlich legitimen AG-Vertreter. So sollte man auch die Äußerungen einer Gewerkschaft einordnen.

  • 2.Mai 2012, 09:03Uhr
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    #6Herr Fischer,

    es ging mir dabei weniger um eine bis ins letzte Detail logische Begründung als darum, einen Sachverhalt zu nutzen, um die Ziele von uns Allen zu befördern anstatt einem Verband das Recht abzusprechen, mitzukämpfen. Das ist einfach kontraproduktiv in der derzeitigen Situation. Ich Stimme Ihnen aber zu, dass eine Urabstimmung zum Streik sicher noch sinnvoller gewesen wäre. Und bevor Jemand fragt: Die Begründungen der Politik für irgendwelche Sachverhalte sind meist auch nicht logischer..

  • 1.Mai 2012, 12:13Uhr
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    #5Montagsdemo

    Von der Adexa kann man nicht verlangen, die ureigensten Aufgaben der ABDA zu übernehmen, dafür zu sorgen, dass unsere Leistungen angemessen vergütet werden. Man könnte von der Adexa aber erwarten, dass sie in Sachsen die Apothekenmitarbeiter in einer Urabstimmung zum Streik aufruft. Dann würde sie der ABDA dahingehend zuvor kommen. Vielleicht schließen sich dann auch die selbständigen Apotheker dem Streik an, um ihre Forderungen gemeinsam durchzusetzen. Es wäre eine Initialzündung im Land der Montagsdemonstrationen. Gemeinsam sind wir stark! Mit demotivierenden Gehaltskürzungen ist keinem geholfen. Allerdings bezweifle ich, dass die Adexa ausreichende Mitgliederzahlen in Sachsen vorzuweisen hat, um dies zu wuppen. Hunde, die bellen, beißen selten.

  • 30.April 2012, 21:45Uhr
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    #4kann es sein,

    dass hier jemand versucht, die sächsischen Apotheker und ihren Verband als Begründung für nicht durchzuführende kostendeckende Bezahlung der Apotheker bundesweit darzustellen. Genialer Schachzug, aber zu durchsichtig. Bitte keine Kämpfe in den eigenen Reihen und keine Kämpfe zur Profilierung der Adexa. Es geht um die kostendeckende Entlohnung der Apotheken bundesweit. Auch hier glaube ich nur der Statistik die ich selbst erstellt habe. Jede Statistik erfüllt einen Zweck , nämlich den des Auftraggebers. Der Seitenhieb auf die Situation an der Uni Leipzig bzgl. des Pharmaziestudiums ist auch eher deplaziert. Reden Sie mit den dortigen Studenten, dann wissen Sie mehr.

  • 30.April 2012, 19:34Uhr
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    #3Trugschluss

    "Der Kostendruck ist bei den Apotheken inzwischen so groß, dass sich einzelne Länder schon vom Tarifvertrag verabschieden müssen. Eine Erhöhung der Vergütung ist also dringendst geboten, damit auch die Angestellten in diesen Gebieten wieder nach Tarif bezahlt werden können." --- Machen Sie mir das bitte plausibel, Herr Becker. Warum ist in einzelnen Ländern ein "höherer Kostendruck"? Meines Erachtens gibt es lediglich einen Unterschied bei den Einkaufsbedingungen des Großhandels: Zwischen städtisch und ländlich geprägten Gebieten. In Ballungsgebieten ist der Konkurrenzdruck zwischen den Niederlassungen höher. Als weiteres lasse ich nur noch die Apothekendichte gelten. Da ist Sachsen auch bei weitem nicht führend. Fazit: Das Verhalten der sächsischen Apothekenleiter ist durch nichts zu rechtfertigen. Sie wollen nicht mehr zahlen. Und das dürfen sie, weil sie nicht tarifgebunden sind. Pech für die Angestellten und ein Grund diesem Land, womöglich den Rücken zu zuwenden. Soetwas rächt sich in der Zukunft, wenn es dann auch keinen Pharmazie-Studiengang in Leipzig mehr geben wird. Wer will dahin zurück?

  • 30.April 2012, 15:57Uhr
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    #2Hinweis auf untertrarifliche Bezahlung..

    ..ist das Recht und sicher auch eine Pflicht einer Arbeitnehmervertretung. Aber: Auch bei der ADEXA sollte man erkennen, dass wir momentan alle gemeinsam gegen einen "äußeren Feind" kämpfen. Und da tut jeder Querschuss doppelt weh. Apothekenleitern und Verbänden das Recht abzusprechen, um eine faire Vergütung zu kämpfen ist dabei ziemlich ungeschickt. Dabei wäre es so einfach gewesen und gleichzeitig so wahr: Der Kostendruck ist bei den Apotheken inzwischen so groß, dass sich einzelne Länder schon vom Tarifvertrag verabschieden müssen. Eine Erhöhung der Vergütung ist also dringendst geboten, damit auch die Angestellten in diesen Gebieten wieder nach Tarif bezahlt werden können. So hätte man wunderbar unser aller Anliegen vehement und mit sehr guter Begründung unterstützen können und gleichzeitig für die eigene Klientel, die Angestellten kämpfen können. Noch eine vertane Chance, nach den unaussprechlich dummen Beschimpfungen gegen Bahr im DAZ Forum. Wie viele Chancen bekommen wir wohl noch? Vielleicht sollten alle Beteiligten mal in sich gehen.. Und Briefe an die Abgeordneten schreiben. Je mehr, desto besser

  • 30.April 2012, 14:28Uhr
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    #1Sehr geehrte Freunde

    der Adexa, wenn Sie nicht mehr drauf haben, ausser Zwietracht zu sähen und Ihre Kräfte so vergeuten, na schönen Dank auch. Sie entscheiden wohl jetzt auch noch nach der Mitgliedschaft in Verbänden und Gewerkschaften, wer wann wieviel Forderungen an die Politik und die KK haben darf. Sie spielen mit dem Feuer, es gibt in allen Ländern dieser Bundesrepublik Deutschland keine Zwangsmitgliedschaft zum Verband und folglich auch nicht die zwangsweise Anerkennung der Gewerkschaft. Bitte nicht in den Trog der schon überläuft noch Wasser schütten. Sie fangen an sich auf die falsche Seite zu stellen. Es geht nur mit den Inhabern der Apotheke nicht gegen diese. So gewinnen Sie aber ganz gewiss nicht die Sachsen zurück.

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