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Kassenabschlag fesselt Apotheken

Alexander Müller, 10. August 2010, 08:52 Uhr

  • Weniger Wechsel: Wegen des Kassenabschlags zögern offenbar einige Apotheken mit der Suche nach einem neuen Rechenzentrum.
Berlin -

Mit den aktuellen Abrechnungen dürften die meisten Apotheken ihre Rückforderungen zum Kassenabschlag für 2009 vollständig zurückerstattet bekommen. Die Abwicklung sei fast komplett abgeschlossen, teilte etwa VSA mit. Nennenswerte Beträge seitens der Krankenkassen stünden nicht mehr aus. Das private Rechenzentrum AvP hat nach eigenen Angaben ebenfalls rund 80 Prozent der Rückzahlungen erhalten und stellt für die nächste Abrechnung eine vollständige Ausschüttung in Aussicht. Bei den anderen Anbietern zeichnet sich dasselbe Bild. Schwierig könnte es nur für Apotheken werden, die in der Zwischenzeit ihr Rechenzentrum gewechselt haben. Denn die Anbieter sind verunsichert.

Die Rechenzentren fürchten zwischen die Fronten zu geraten: Sollten die Krankenkassen doch noch Erfolg haben mit ihrer Klage gegen den Schiedsspruch, würden sie die ausgezahlten Beträge zurückfordern - und zwar von dem Rechenzentrum, das die erste Überweisung erhalten hatte. Die Unternehmen wissen derzeit nicht, ob sie gegenüber den Kassen dann einfach auf den Mitbewerber verweisen können oder das Geld selbst bei der Apotheke eintreiben müssten - wenn es überhaupt noch zu holen ist.

Deshalb spielen die Rechenzentren bei Ex-Kunden auf Zeit. „Die Rückabwicklung ist schwieriger, wenn man keine Geschäftsbeziehung mehr zu der Apotheke hat“, sagte ein Anbieter gegenüber APOTHEKE ADHOC. „Auch ehemalige Kunden bekommen ihr Geld für 2009, ohne Frage, aber ganz so einfach geht das nicht“, so ein anderes Unternehmen. Auf jeden Fall werde die Abwicklung diesen Apotheken in Rechnung gestellt.

Wer also 2009 oder bis zum Erhalt der Rückzahlung sein Rechenzentrum gewechselt hat, muss womöglich bis zum Herbst auf sein Geld warten. Für den Kassenabschlag 2010 bleibt das Problem bestehen, bis eine endgültige Einigung erzielt wurde.

In kleinerem Maßstab kennen die Rechenzentren die Situation bei Retaxationen: Manchmal müssen sie für Rezeptkürzungen in Vorleistung gehen, die Monate zuvor bei einem Konkurrenten abgerechnet wurden. Das funktioniert normalerweise reibungslos; auch weil es um kleinere Beträge geht. Die Dimensionen beim Kassenabschlag sind aber andere.

Deshalb sind beide Seiten vorsichtiger geworden: „Die Wechselbereitschaft der Apotheken ist im Moment eher gering“, verrät ein Anbieter. Die eigene Akquisition habe man stark zurückgefahren.

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