Der Kopf entscheidet
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Alexander Müller, 22. April 2010, 12:55 Uhr
Versandapotheken sollten mehr in die Beratung investieren, Vor-Ort-Apotheken zur Wechselwirkungskontrolle öfter den Computer zu Rate ziehen. Mit diesen Forderungen mahnt Stiftung Warentest zu mehr Qualität in der Arzneimittelversorgung. Außerdem sollten die Apothekerkammern überwachen, dass sich die Versandapotheken nicht nur die Rosinen herauspicken.
Stiftung Warentest hatte 50 Apotheken getestet, 27 Vor-Ort-Apotheken, 23 Versandapotheken, jede wurde siebenmal besucht oder kontaktiert. Die Beratungsleistung wurde anhand von Wechselwirkungen getestet: Die Testkunden wollten das OTC-Migränemittel Formigran (Naratriptan) kaufen und wiesen auf die Einnahme des Antidepressivums Fluoxetin hin.
Im zweiten Fall verlangten sie kaliumhaltige Frubiase Sport Brausetabletten und schilderten die Einnahme des Aldosteronantagonisten Inspra (Eplerenon). Nur beim dritten Test fragten die Kunden nicht aktiv nach Wechselwirkungen: Verlangt wurden gleichzeitig das Johanniskrautpräparat Laif 600 und der Protonenpumpenhemmer Omep akut (Omeprazol).
Obwohl in zwei Fällen aktiv nach Wechselwirkungen gefragt worden sei, habe es jede Menge Patzer gegeben, so der Bereichsleiter Dr. Holger Brackemann. Vor allem von der Beratungsleistung der Versandapotheken war er enttäuscht: „Keine einzige konnte alle drei Testfälle lösen, vier Versender versagten gleich in allen drei Fällen.“ Besser, aber nicht wirklich gut sei das Ergebnis der Vor-Ort-Apotheken: Nur drei Apotheken hatten auf alle Wechselwirkungen hingewiesen, elf nur auf eine, zwei Apotheken patzten in allen drei Fällen.
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