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Rabattverträge

DAK forscht nach Phantomrezepten

Alexander Müller, 06. Februar 2012, 10:10 Uhr

  • Rezepte richtig bedruckt? Die DAK fragt bei Apotheken nach der Umsetzung ihrer Rabattverträge.Foto: Elke Hinkelbein
Berlin -

Die DAK fragt derzeit bei Apotheken die Umsetzung ihres Rabattvertrags zu Cefaclor ab. Rabattpartner für das Antibiotikum ist unter anderem der Hersteller Dr. Friedrich Eberth. Das mittelständische Unternehmen hatte die Kasse darauf hingewiesen, dass erheblich mehr Packungen abgerechnet als tatsächlich verkauft wurden. Die Nachforschungen der DAK sind höflich, aber nicht besonders zielgerichtet.

Die Apotheken sollen eine Selbsterklärung abgeben, ob sie die im April und Juni 2011 abgerechneten Cefaclor-Packungen wirklich abgegeben haben. Offenbar wurde die Abfrage maschinell erstellt, denn die Kasse spürt auch einzelnen Packungen nach – und legt sogar einen Freiumschlag bei.

„Es besteht die Vermutung, dass Apotheken den Rabattpartner auf das Rezept drucken, aber ein anderes Arzneimittel abgeben. Das würde den Tatbestand des Betrugs erfüllen“, sagt ein DAK-Sprecher. Er betont aber, dass man die Apotheken nicht unter Generalverdacht stelle. „Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass sich die Apotheken an die Rabattverträge halten. Das zeigen auch unsere Erfahrungen“, so der Sprecher. Auch bei der Recherche setzt die DAK auf die Ehrlichkeit der Apotheker: Lieferscheine oder sonstige Belege verlangt die Kasse nicht.

Wegen falsch bedruckter Rezepte hatten die Apotheken zuletzt Ärger mit der AOK: Weil sie im Juni und Juli Metoprolol-Succinat von Betapharm abgerechnet hatten, obwohl das Präparat noch gar nicht verfügbar war, hatte die Kasse mit hohen Strafzahlungen gedroht. Aufgefallen war die Sache, als die AOK Herstellerabschläge von Betapharm verlangt hatte.

Auch Dr. Friedrich Eberth soll nach Angaben von Geschäftsführer Paul Pach Rabatte für rund doppelt so viele Arzneimittel zahlen als tatsächlich verkauft wurden. Betroffen seien auch Rabattverträge bei anderen Kassen. Pach will den Ball aber flach halten. Um große Summen gehe es nicht. Aus seiner Sicht hätte es genügt, Apotheken anzuschreiben, die besonders auffällig waren.

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apotheke adhoc Debatte 4 Kommentare

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Community Mitglied 07. Februar 2012, 10:45 Uhr
#4 unfassbare Blödheit der Apotheken

Davon ausgehend, dass die Zahlen des Herstellers Dr. Eberth stimmen, frage ich mich, wie unfassbar blöd die Apotheken sind, die diese Zahlen generieren. Wie schon #2 schrieb, ist das "Mauscheln" hier sogar zum Schaden der Apotheken, ist es wegen "subito necesse" bei einem Antibiotikum überhaupt nicht notwendig, irgendwie zu "mauscheln", hat die DAK DREI Rabattpartner bei Cefaclor zur Auswahl, und lieferbar ist Panoral problemlos, wenn man es denn auf Lager legen will. Bei allem Frust über Dummy-Präparate, über unfähige Hersteller, über schikanöse Krankenkassen und den - unbestreitbar ! - unerträglichen Rabatt-Müll generell: HIER stellen Apotheken einen ganzen Berufs"stand" in ein miserables Licht - und da fällt mir auch keine passende Ausrede ein, mit der sich diese Kollegoiden "rechtfertigen" wollen. Solche Meldungen machen unseren Kampf gegen die nervtötende RV-Bürokratie sehr, sehr schwer ...

Community Mitglied 06. Februar 2012, 18:34 Uhr
#3 @1 wenn man dann noch wegen ....

des handschriftlichen Kreuzes der freundlichen Krankenkassenmitarbeiterin (auf dem ansonsten komplett bedruckten Rezept) retaxiert wird und der Arzt das dann natürlich nicht gegenzeichnet (er will ja möglichst viel Bonuszahlungen für das nicht-Kreuz-setzen bekommen) . Dann macht es mal wieder richtig Spass.

Community Mitglied 06. Februar 2012, 18:30 Uhr
#2 Null Toleranz gegenüber Firmen wie Eberth oder beta, ABER

ich frage mich, wieso es Apotheker gibt, die bei Antibiotika "mauscheln" - wenn man sich die Preise bei Cefaclor ansieht, im Falle Eberth sogar zu ihrem eigenen Nachteil.

Bei Antibiotika kommt, sofern ich das Rabattarzneimittel nicht vorrätig habe, Nichtverfügbarkeitsnummer drauf und irgendeine Firma ab, habe noch nie probleme deshalb bekommen

Community Mitglied 06. Februar 2012, 13:04 Uhr
#1 alles schon gehabt

aus beta wird nun Dr. Friedrich Eberth. natürlich ist das nicht korrekt, dennoch muss sich diese firma nun auch fragen, warum man sich an ausschreibungen beteiligt, wenn man nicht liefern kann. dieses thema ist ein fass ohne boden. heute firma a morgen firma b.
und am ende wieder die diskussion mit den patienten, was sie gerne hätten, ja eigentlich immer bekommen hätten und im übrigen die kassen freundliche unterstützung bieten, indem man die patienten darauf hinweist, dass sie natürlich das bekommen, was verordnet wurde. unlängst die kleine geschichte einer kundin, die diclofen Beta verordnet bekommen hatte (aut idem), beta nicht lieferbar, anruf der kundin bei beta und freundliche aussage: natürlich sei man lieferfähig...danke beta. die diskussion mag sich jeder vorstellen. gern auch die freundliche unterstützung der KK: wenn kein kreuz da ist, dann macht die KK eben ein kreuz...man will ja den versicherten nicht verlieren. soweit dazu. wie war das mit den böden apotheken?

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