Randnotiz: Schlecker, das sind wir!
Leere Regale, leere Märkte, leere Kassen. Die insolvente Drogeriekette Schlecker stemmt sich gegen den Zusammenbruch und versucht, mit einer medialen Charme-Offensive verloren gegangene Kunden... Mehr
APOTHEKE ADHOC, 26. September 2011, 09:25 Uhr
Als „patientenfeindliches Diktat“ kritisiert der Vorsitzende des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL), Dr. Klaus Michels, das aktuelle Vorgehen der Novitas BKK: „Unter dem Vorwand der Patientensicherheit tobt sich da jemand bei der Kasse aus und versucht, finanzielle Vorteile auf Kosten der die Arzneimittel abgebenden Apotheken herauszuschlagen.“ Laut Michels sind die Retaxationen unberechtigt und „nichts als Geldmacherei“.
Beim AVWL findet man die abgekündigten Prüfungen haltlos, da weder die Kasse geschädigt noch Patienten gefährdet worden seien. „Es ist untragbar, wenn geringfügige Abweichungen in der Verordnungspraxis einzelner Ärzte als Vorwand missbraucht würden, um Geld zu machen. Die Novitas BKK weiß, dass kein vernünftiger Grund für die betroffenen Apotheken bestand, Novitas-Mitgliedern ihre Arzneimittel zu verweigern, für sie vielmehr die Versorgung von Schmerzpatienten Vorrang haben muss, wenn die ärztliche Verordnung klar und eindeutig ist.“
Die Apotheken hätten die Schmerzpatienten ordnungsgemäß versorgt statt sie „für einen Federstrich zum Arzt zurückzuschicken“, so Michels. Folge man der Logik der Kasse, müssten deren Schmerzpatienten künftig länger warten, „wenn ihr Arzt das Rezept nicht haarklein so beschriftet, wie die Krankenkasse es sich vorstellt“.
Michels fordert die BKK auf, zu einer „seriösen Abrechnungs- und Geschäftspraxis“ zurückzukehren. Sonst werde man die Schiedsstelle anrufen und notfalls auch klagen.
apotheke adhoc Debatte 3 Kommentare
MitdiskutierenNotdienst
musste gestern leider im Notdienst die Abgabe eines Arzneimittels an ein Mitglied o.a. Krankenkasse verweigern, weil das Rezept nicht der Verschreibungsverordnung entsprach. Vielleicht hilfts, wenn die Patienten irgendwann diese Kasse verlassen.
wenn's denn sein muss...
...gibt es eben keinen Anruf mehr beim Arzt um Unzulänglichkeiten der Verordnung telefonisch zu beseitigen und entsprechend handschriftlich zu korrigieren oder ergänzen. Es ist ja auch nicht wirklich erlaubt ohne den bei Krankenkassen so beliebten Stempel - was auch immer der für einen rechtlichen Status hat. Ab jetzt wird das Rezept zurückgegeben, schon um zu zeigen, dass man weiß, wie es ausgefüllt werden muss. Die Patienten einer solchen KK können einem nur leid tun, wenn der gesunde Menschenverstand bei Prüfinstitutionen aufgrund höherer Eingebungen oder Anweisungen abgeschaltet werden muss und der dringend zu versorgende Patient das leidende letzte Glied der Kette ist. Nullretaxation in solchen Fällen zeigt jedenfalls, was Vertragspartner und deren Büttel von Versorgern an der Basis halten. Im Endeffekt spiegeln sie dabei nur ihre eigene Ahnungs- und Hilflosigkeit.
Hoffentlich sind die Arbeitsverträge beim AVWL besser...
...als in Nordrhein, damit ehemalige Verbandsmitarbeiter nicht auf die Idee kommen, stattdessen bei Retaxfirmen den Zampano geben zu müssen.