Randnotiz : Doping mit Ulle
Mutig, mutig: Der Hersteller Dr. Kurt Wolff lässt sein Anti-Haarausfall-Shampoo Alpecin künftig von Jan Ullrich bewerben. Der Ex-Radprofi hat laut dem Handelsblatt einen Dreijahresvertrag... Mehr
Désirée Kietzmann und Patrick Hollstein, 02. September 2009, 17:45 Uhr
Zum ersten Mal ist in diesem Jahr in Deutschland eine Arzneimittelfälschung in der regulären Lieferkette aufgetaucht: In einer Apotheke in Delmenhorst wurde bereits vor zwei Monaten eine gefälschte Packung des HIV-Medikaments Combivir entdeckt. Der Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) rief daraufhin in der vergangenen Woche die komplette Charge zurück. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bremen legen nahe, dass illegal reimportierte Ware über einen Zwischenhändler in das Großhandelssortiment gelangte.
Am 16. Juni wandte sich die Apotheke mit einem pharmazeutischen Problem an den Hersteller sowie die zuständige Aufsichtsbehörde: Ein Kunde hatte reklamiert, dass seine Packung einen versiegelten Blister ohne Tabletten enthielt. Bei einer Vergleichsuntersuchung stellte GSK fest, dass sowohl Verpackung, Beipackzettel als auch Blister gefälscht waren.
Obwohl GSK damit nur ein einziger Fall bekannt war, ließ der Hersteller die komplette Charge vom Markt nehmen. Denn die aufgedruckte Chargennummer R343741 stimmte mit einer tatsächlich von GSK vergebenen Nummer überein. Die betroffenen Packungen, die zwischen Mai und Juni 2008 an deutsche Großhändler und Apotheken ausgeliefert wurden, sollten überprüft werden.
Unterdessen stellte die Staatsanwaltschaft Bremen bei Durchsuchungen in diversen Apotheken im Bremer Raum weitere gefälschte Packungen sicher - diesmal mit Inhalt. Bei einem Labortest stellte sich heraus, dass die Tabletten mit den Originalprodukten von GSK identisch sind. Die Ermittler vermuten daher, dass es sich um illegale Reimporte von subventionierten Produkten für den afrikanischen Markt handelt.
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