Der Kopf entscheidet
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Janina Rauers, 07. Juli 2011, 12:30 Uhr
Beim Thema Rx-Boni herrscht für die meisten Apotheker nach wie vor Unklarheit. Denn der Bundesgerichtshof (BGH) hat es in die Hände der Kammern gelegt, im Einzelfall über Zugaben und Boni auch unterhalb einer Bagatellgrenze zu entscheiden. Rund ein Dutzend Apotheker um den ehemaligen Präsidenten der Apothekerkammer Nordrhein, Karl-Rudolf Mattenklotz, haben dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) jetzt ein Gutachten vorgelegt. Demnach sollen Rx-Boni zwar nicht verboten, aber deutlich unattraktiver werden: Nicht die Kunden, sondern die Kassen sollen von den Nachlässen profitieren.
Laut Gutachten sollen Versicherte und Leistungserbringer gesetzlich verpflichtet werden, „den tatsächlich gezahlten Preis offen zu legen, einschließlich etwaiger Vergünstigungen, damit diese den Sozialversicherungen zu Gute kommen“. Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, müsse dies auch für ausländische Versandapotheken gelten, heißt es weiter. Aus europarechtlicher Sicht sieht der von den Apothekern beauftragte Experte, Dr. Morton Douglas von der Kanzlei Friedrich Graf von Westphalen, kein Problem.
Durch den Wegfall des Rabatts gebe es für die Patienten weniger Anreize, bei ausländischen Versandapotheken zu bestellen, argumentieren die Apotheker. Denn als Verbraucher könne man so weder Gutscheine einlösen noch bei der Zuzahlung sparen.
Dass kaum ein Versicherter bereit ist, für seine Kasse zu sparen, sieht man beim Ärger um die Rabattverträge. Allerdings: Nach dem Vorschlag der Apotheker könnte gerade das Interesse der Kassen geweckt werden, ihrerseits möglichst viele Rabatte abzugreifen. Das sehen Mattenklotz und seine Mitstreiter nicht als Problem: „Einer Lenkung der Patienten steht das Zuweisungsverbot entgegen.“
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apotheke adhoc Debatte 12 Kommentare
Mitdiskutierenzu @3
Ich bedaure ÜBERHAUPT nicht, dass Herr M. nicht mehr Kollege ist. Habe selten jemand kennengelernt, der so selbstsicher erklärt hat, dass er die Apotheker retten könne und gleichzeitig das Ansehen der Apotheker im politischen Bereich mit Füssen getreten hat.
Gehe??????????
Eine Frage: Sind Ex-Apotheker Mattenklotz und seine angeblichen Apotheker-Konsorten hier vielleicht als Vertreter von Interessen von Gehe/Celesio/Docmorris/Medco unterwegs? Man hätte doch gedacht, daß mit dem Exit von Österle in Stuttgart solche Spielchen vorbei sind!
Mit welcher Chupze muß man unterwegs sein, wenn man aus welchen Gründen immer als Kammerpräsident zurück tritt und dann seine Approbation zurück gibt und dann trotzdem meint, undurchsichtig Lobbyarbeit für wen auch immer führen zu müssen? Angeblich für die Apotheker!
Weiß jemand, ob das das Verfahren gegen Herrn Mattenklotz wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und der Untreue noch läuft? siehe PZ: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=5587
@Matthias Schneider
Da fällt mir zu "Rhein in Flammen" ein, aber das hat weder mit Herrn Mattenklotz noch mit den Kollegen vom Niederrhein zu tun ;-)
@(3)
...eine durchaus treffende einschätzung herr kollege zu (3) in beitrag "Der Rx-Trojaner". sofern sie nicht verwandt, verschwägert oder anderweitig zugetan sind, sollte sie ihre meinung zu herrn mattenklotz vielleicht mal überlegen.
@(3)
Herr Mattenklotz hat den Fremdbesitz ganz alleine verhindert ? Sie meinen den selben Mattenklotz der mit der Gehe und den Gehe-Ketten-ISA-Kollegen den Fremdbesitz gefordert hat ? Der Mattenklotz der die Rabatt-Taler mit eingeführt hat !
Der Mattenklotz hat damals Ulla Schmidt im Alleingang aufgehalten ? Vielleicht weil es der Gehe so wie Ulla Schmidt das wollte nicht gepaßt hat.
@3) mich würde aber schon interessieren ...
was an dem gutachten taktisch brillant ist!
@(3)
...das meinen sie doch nicht wirklich, was sie da schreiben?
Die übliche Argumentation
greift hier doch nicht mehr. Oft sagt man, das sei ein kluger Schachzug, weil man damit den Gegner mit seinen eigenen Waffen schlägt o.Ä.
Ich kann beim besten Willen keine taktische Brillianz bei diesem Vorgehen erkennen.
Er ist kein Standespolitiker mehr, er betreibt eine Firma in Österreich, die nicht durch Apothekenfreundlichkeit auffällt und er zündelt im ehemaligen Haus.
In Bayern sagen wir, wer dem Zündel-Fritz nachrennt, darf sich nicht wundern, wenn bei ihm dann selbst der Rock brennt.
Wie blind muss man eigentlich sein ...
... um die Agitationen des Ex-Präsiden gut zu heißen. Vielleicht könnten Sie der interessierten Leserschaft mal die Fähigkeiten des fähigen Mannes erläutern. Für Ihr Statement fehlt mir der Glaube, dass Sie das tatsächlich ernst meinen. Ich suche die ganzen Zeit nach den "", um in Ihrem Beitrag die Ironie bestätigt zu sehen.
zu 1)
Ohne Herrn Mattenklotz hätten wir längst den Fremdbesitz!
Ohne sein Engagement wäre damals in der ersten Schröder-Legislatur Ulla Schmidt durchmarschiert!
Egal, was man ihm vorwirft, ich bedaure sehr, dass ein derart fähiger Mann nicht mehr in der aktiven Apothekerei tätig ist.
Bei genauem Hinsehen ist doch sein Gutachten an taktischer Brillanz nicht zu überbieten.
Das hier in einem öffentlichen Bereich zu erklären, wäre bestimmt der falsche Ort.