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Protaxplus

Apotheker rebellieren gegen BTM-Retax

Alexander Müller, 31. Oktober 2011, 15:17 Uhr

  • Achtung Opiate! Apotheker haben wegen Protaxplus derzeit Ärger mit BTM-Rezepten.Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin -

Unter den Apothekern regt sich Widerstand gegen das Abrechnungszentrum Protaxplus. Statt nur Einspruch gegen die Retaxationen des BKK-Dienstleisters einzulegen, wenden sich die Apotheker nun auch direkt an die Versicherten der betroffenen Krankenkassen. Derzeit lassen die Novitas BKK, die BKK vor Ort und die BKK Hoesch Rezepte über Betäubungsmittel (BTM) im großen Stil von Protaxplus überprüfen und kürzen die Rechnungen auch bei kleineren Formfehlern auf Null.

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hält sich derzeit noch bedeckt: Man werde am kommenden Donnerstag abstimmen, wie mit dem Thema umzugehen sei, hieß es auf Nachfrage. Auf Landesebene sind einzelne Verbände schon weiter: So haben die Landesapothekerverbände in Nordrhein-Westfalen und der Hamburger Apothekerverein für ihre Mitglieder ein Schreiben vorbereitet, das sie bei Bedarf an die Kunden abgeben können.

Darin werden die Patienten über die Besonderheiten von BTM-Rezepten informiert. Wegen der neuerdings strengeren Kontrollen werde man die Rezepte der betroffenen Kassen künftig erst „nach Beseitigung aller Unklarheiten“ beliefern können, heißt es. Notfälle seien ausgenommen. „Im Übrigen werden wir Sie aber bitten müssen, mit Ihrem Rezept auch bei kleinsten Ungenauigkeiten noch einmal zum Arzt zu gehen und diese korrigieren zu lassen, weil Ihre Krankenkasse das so verlangt“, heißt es im Schreiben.

Ein Apotheker aus Nordrhein-Westfalen will noch einen Schritt weiter gehen: Er bittet Versicherte der drei BKKen, künftig eine andere Apotheke aufzusuchen. Sein Schreiben an die Kunden endet mit den Worten: „Nach 18 Monaten Mitgliedschaft haben Sie übrigens das Recht, schnell und unbürokratisch die Kasse zu wechseln. Dann sind Sie auch mit Ihren Rezepten wieder ein gern gesehener Kunde in unserem Haus.“

Seine Maßnahmen habe er auch dem Vorstandsvorsitzenden der Novitas BKK persönlich mitgeteilt, berichtet der Apotheker. Er hatte den Kassenchef kurzerhand zu Hause angerufen. Angst vor einem juristischen Nachspiel seitens der Kasse hat er nicht. Schließlich werde er weiterhin jeden Versicherten versorgen.

Ein anderer Kollege versucht es auf die humoristische Art: Nachdem ein Versicherter sich auf der Facebook-Seite der BKK vor Ort über den Gewinn eines „ipod nano“ gefreut hatte, gratulierte ein Apotheker mit dem Hinweis, dass vermutlich er das mobile Medienwiedergabegerät bezahlt habe. Leider könnten sich die Apotheken gerade gar nicht über die BKK vor Ort freuen, da der Kasse Formalitäten offensichtlich wichtiger erschienen als eine reibungslose Versorgung ihrer Patienten mit starken Schmerzmitteln, so die Replik. „Nochmal Glückwunsch zu Ihrem ipod, wohne auch in Düsseldorf, vielleicht lassen sie mich ja mal mithören“, postete der Apotheker.

apotheke adhoc Debatte 26 Kommentare

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Community Mitglied 02. November 2011, 16:08 Uhr
ZWEI FRONTEN !!

Wie man sieht haben die Apotheker samt Mitarbeiter zwei Fronten gegen sich:
zum einen die m.E. total drei entsolidarisierten BKK's
und zum anderen die Funktionäre samt gestromter und oft getarnter Knappen, die solche unseligen Verträge nicht nur wiederholt bis heute unterschrieben sondern auch jede Aufklärung und Stellungnahme zum Urteil des BSG von 2002 unterliessen. Betroffene sollten diese Funktionäre haftbar machen.

Community Mitglied 02. November 2011, 13:11 Uhr
@16

Übrigens, unter anderem hat diese (scheinbar auch Ihre) praxisfremde Einstellung zu dem geführt wo viele Apotheken heute stehen - vor dem Existenzminimum.

Viel Erfolg beim Stillhalten. Und schön langsam ausbluten!

Community Mitglied 02. November 2011, 12:44 Uhr
@22

Einnahmehinweis war doch korrekt. 1 mal täglich wäre doch falsch, da zu ungenau. 1-0-0 ist korrekt.

Community Mitglied 02. November 2011, 02:13 Uhr
Krankenkassenbetrug

Habe jetzt aus drei Apotheken die Retaxationen erhalten. Alle aufgrund angeblicher Formfehler wie z.B. "Pflasterwechsel alle drei Tage" oder "Anwendung lt. Plan".
Schaden aus 2 retaxierten Monaten über € 3.000!
Im Sinne des Patienten hier drei Forderungen:
1. Stop diese unverhältnismäßigen Retaxierungen.
2. Information der Ärzte, da sie die Rezepte fehlerhaft ausstellen.
3. Bei notwendigen Änderungen fehlerhaft ausgestelter Rezepte Einführung einer Sonder-PZN mit entsprechender Abrechnungsmöglichkeit von z. B. € 15,- aufgrund erhöhten Arbeitsaufwandes (Hin-und Hersenden Rezept, Dokumentation etc.)
3.

Community Mitglied 01. November 2011, 22:24 Uhr
und noch mal an den Herrn H.G. Friedolfheimer

wie beurteilen sie diesen Brief und vor allem Vorgang eines Kollegen an den Amtsapotheker???? Sehr geehrter Herr Amtsapotheker xxxx

heute möchte ich einer möglichen Beschwerde über mich oder meine Apotheke zuvor kommen.

Am Fr, 30.09.2011 reichte uns eine Kundin um 13.30 Uhr eine Verschreibung über MST Tabletten ein. Die Verschreibung trug den Einnahmehinweis "1-0-0". Da die Krankenkasse Novitas BKK solche Rezepte mit dem Hinweis auf die BTMVV zurückweist, habe ich per Fax versucht eine Genehmigung der Novitas Krankenkasse einzuholen. Um nicht gegen eben diese BTMVV zu verstoßen, habe ich natürlich die Abgabe des MST verweigert. Die Arztpraxis war um diese Zeit selbstverstäbdlich schon geschlossen. Erschwerend für die Kundin kam hinzu, dass der auf das Wochenende folgende Montag ein Feiertag war. Da das Rezept mit der korrekten Formulierung "1 mal täglich" statt "1-0-0" erst am Dienstag geändert werden konnte, war die Kundin außer sich vor Wut und drohte mit einer Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung, da es ihr nicht plausibel zu erklären war, wodurch die Arzneimittelsicherheit gefährdet sei, ob nun "1 mal täglich" oder "1-0-0" auf dem Rezept stehe.

Das Antwortfax der Novitas BKK beinhaltete den freundlichen Hinweis das Apothekenpersonal schulen zu lassen und ferner den Hinweis darauf, dass solche Faxe künftig nicht beantwortet werden.

Da sich die Kundin an das Regierungspräsidium wenden wollte, bin ich doch ein wenig verunsichert. Wie soll ich künftig die Prioritäten setzen?

Kulanz vor Bürokratie

oder

Einhaltung der BTMVV vor Akutversorgung.

Über Ihre persönliche Einschätzung des Sachverhaltes würde ich mich sehr freuen.

Community Mitglied 01. November 2011, 22:10 Uhr
dann hier auch noch mal an den Kollegen Herrn Hans Georg Friedol

damit sie mitreden können, hier mein Posting auf der facebookseite der Bkk vor Ort:vielleicht hat die BKKvorOrt ja auch Mitglieder, die Taxifahrer sind, denen kann man das sehr anschaulich erklären um was es hier geht. Stellen sie sich also vor, sie (hier=Apotheker) bekommen einen Auftrag von jemand sein Kind oder kann auch der Opa (hier=Patient) sein, von Hamburg nach (na, machen wir es nicht zu billig, die Präparate sind in diesem Fall auch meist teuer) nach Frankfurt (hier= Leistung= Medikament) zu fahren. Kind oder Opa haben aber kein Geld, daher werden sie gebeten doch eine Rechnung zu schreiben und zu schicken. An dieser Fahrt verdienen sie übrigens um die acht Euro. Da sie öfter gebeten werden jemand zu fahren, geben sie ihrem Auftraggeber auch noch zähneknirschend um die 2 Euro Rabatt. Also sie fahren für 6 Euro jemand nach von HH nach F, schreiben die Rechnung und erhalten ihr Geld, fein oder? Nach ein paar Monaten hat ihr Auftraggeber gemerkt, halt, der ist ja in Bremen auf der Autobahn wo Tempo 100 war, einmal 110 gefahren. Er schickt ihnen einen Brief in dem er ihnen mitteilt, halt mein Freund, so geht das nicht, die 500 ? (reine Vermutung, weiss nicht was eine Fahrt von HH nach F kostet) die ziehen wir dir von deiner nächsten Fahrt ab. Was würden sie lieber Taxifahrer und Mitglied der BkkvorOrt von so einem Auftraggeber halten? Sehen sie. sollten sie bei einer betroffenen Krankenkasse beschäftigt sein, dann erklären sie und doch bitte mal warum diese Krankenkassen so fahrlässig mit ihren Versichertenbeträgen umgegangen sind, und diese Rezepte 12 Jahre lang nicht retaxiert haben, kann man da nicht zumindest Beihilfe zu ungsetzlichem Handeln überprüfen????

Ehemaliges Community-Mitglied 01. November 2011, 21:10 Uhr
An 19

Ihre Kommentare auch in einem anderen Artikel sind wirr und sind eine Vorverurteilung der Kollegen, da noch kein Retax Rechtskräftig sein kann. Ich hab da so eine Idee: wenn Sie mir Ihre Adresse mitteilen, schick ich Ihnen mal eine Kiste Vio ! Gebrauchsanweisung finden Sie unter

http://www.vio.de/#tvc

Mit kollegialem Gruß

Community Mitglied 01. November 2011, 19:27 Uhr
an 18

Klar leben wir im Rechsstaaat. Gehöre übrigens zu keiner der genannten Fraktionen. Der Rechtsstaat lebt von seinemn Regeln (Gesetzen) und die BTM verschreibungs ist so ein Gesetz, was man nachlesen kann. §9 sagt eigentlich Alles. Also sollten die Apos mal kleinere Brötchen backen oder sich einfach wie dir große Mehrheit korrekt verhalten. Käme bei den Verbrauchern auch gut an.

Community Mitglied 01. November 2011, 19:04 Uhr
an ( 16 ), das mit dem Ungültigen,

ist halt so ne Sache !!!!

Die Kassen retaxieren nur weil es sich für sie finanziell lohnt !!!

Wir selbstständigen Apotheker müssen ja auch jeden Monat ne Menge Beiträge an die " Kassen " abführen.

Wie wäre es denn, wenn wir aufgrund irgendwelcher formeller Kleinigkeiten alles stornieren, für die letzten zwei Jahre

Wenn das alle machen wird es interessant, dann gibt es KRIEG !!!!!!

kollegiale Grüße

Community Mitglied 01. November 2011, 18:47 Uhr
@user 16:

kasperl, wir leben in einem rechtsstaat.
bist du von protax?
anwalt, versuchter betrug und staatsanwalt. ihr habt die versicherungsbeiträge kassiert, also bezahlt jetzt auch die leistungen, sonst wirds ganz ganz eng für euch

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