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Hilfsmittelvertrag

Apotheker lassen AOK abblitzen

Janina Rauers, 16. August 2010, 17:16 Uhr

  • Keine Versorgung zu Dumpingpreisen: LAV-Präsident Fritz Becker lehnt den AOK-Vertrag für Baden-Württemberg ab.
Berlin -

AOK-Versicherte in Baden-Württemberg könnten schon bald keine Inkontinenz-Hilfsmittel mehr in Apotheken erhalten: Die Verhandlungen des Landesapothekerverbandes (LAV) Baden-Württemberg mit der AOK über einen Versorgungsvertrag sind gescheitert. Der LAV kritisiert, die Kasse strebe eine Versorgung zu Dumpingpreisen an.

Der Vertrag der AOK Baden-Württemberg sieht eine pauschale Vergütung von 33 Euro pro Monat und Patient vor. Allerdings können Patienten freiwillig zuzahlen, um teurere Produkte zu erhalten. Geliefert wird im Monatsrhythmus, auf Wunsch des Versicherten kann jedoch von diesem Lieferintervall abgewichen werden. Dabei müssen laut Vertrag die individuellen Lagermöglichkeiten der Versicherten berücksichtigt werden.

Eine qualitativ hochwertige Versorgung sei zu diesen Konditionen nicht möglich, kritisiert der Verband. Vor allem Betroffene mit schwerer Inkontinenz müssten künftig mit Zuzahlungen rechnen, wenn sie die gewohnte Qualität erhalten wollten. „Wir müssen hier ein Zeichen setzen, denn die Tendenz in der Versorgung geht immer mehr hin zu einer Billig-Unterversorgung“, begründete LAV-Präsident Fritz Becker die Verweigerung der Unterschrift.

Apotheken in Baden-Württemberg können trotz der fehlenden Zustimmung des LAV individuell dem AOK-Vertrag beitreten. In diesem Fall tritt der Vertrag im Oktober in Kraft.

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