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Kassenabschlag 2009

Apotheker fordert 13.000 Euro zurück

Alexander Müller, 23. Januar 2012, 14:05 Uhr

  • Fünfstellige Beträge: Apotheker fordern wegen der verspäteten Abwicklung des Kassenabschlags für 2009 Geld zurück.Foto: Elke Hinkelbein
Berlin -

Die Steuerberater von Apo-Audit machen Ernst: Wegen der verspäteten Rückabwicklung der Kassenabschläge für 2009 sollen die Krankenkassen nachzahlen – 55 Cent pro Arzneimittel. Jetzt hat die Gemeinschaftsfirma in einem Pilotfall für einen Apotheker Forderungen in Höhe von insgesamt 13.000 Euro gegen acht Krankenkassen gestellt, darunter die AOK Rheinland-Hamburg und die Novitas BKK. Wenn sie nicht zahlen, will Apo-Audit Musterprozesse gegen diese Kassen führen.

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Der logistische Aufwand zur Errechnung der Rückforderungen ist beträchtlich: Für jede Apotheke müssen die Steuerberater prüfen, wann das jeweilige Rechenzentrum die zusätzlichen Abrechnungsdaten an die Kassen geliefert hat und wann welche Kasse den Differenzbetrag beglichen hat. Wurde dabei die gesetzlich vorgeschriebene Zehn-Tages-Frist überschritten, haben die Apotheken laut Apo-Audit-Frontmann Dr. Bernhard Bellinger Anspruch auf die erneute Zahlung von 55 Cent. Die Verarbeitung der häufig nicht digital bereit gestellten Daten ist derzeit die größte Herausforderung.

Damit die Aktion nicht ausufert, hat sich Bellinger daher Grenzen gesetzt: Pro Apotheke wird eine Liste mit Krankenkassen erstellt, die zu spät überwiesen haben. Übersteigen die Forderungen einen im Gesamtwert von 600 Euro, wird die Kasse angeschrieben und zur Rückzahlung aufgefordert. Pro Apotheke dürften das Bellinger zufolge etwa acht Kassen sein. Bei geringeren Beträgen lohne sich der Aufwand vermutlich nicht, erklärt der Steuerberater.

Ob es sich überhaupt lohnt, daran gibt es bei der Konkurrenz durchaus Zweifel: Dr. Klaus-Martin Prang, Chef der Treuhand Hannover, sieht den Vorstoß kritisch. Die ABDA habe das Vorgehen rechtlich bewertet und glaube nicht an einen Erfolg Bellingers, so Prang. Welche juristischen Bedenken es im Apothekerhaus konkret gibt, war auf Nachfrage bislang nicht zu erfahren.

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