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Apotheken scheuen Versandgeschäft

APOTHEKE ADHOC, 07. Juli 2009, 13:27 Uhr

  • Ausnahme statt Regel: Der Anteil der Apotheken, die Arzneimittel über das Internet versenden, ist weiterhin gering.
Berlin -

Nach wie vor nutzen nur wenige Apotheken in Deutschland die Möglichkeit, um im größeren Umfang Arzneimittel an ihre Patienten zu versenden. Zwar hatten nach Angaben der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände im ersten Quartal dieses Jahres 2.509 Apotheken eine Versandhandelserlaubnis, allerdings wird diese offenbar von den wenigsten tatsächlich genutzt. Nur etwa zwei Dutzend Apotheken versenden der ABDA zufolge in marktrelevantem Ausmaß.

Beim Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA), bei dem 22 Apotheken derzeit organisiert sind, schätzt man die Zahl der Apotheken, die aktiv Medikamente über den Versandhandel verkaufen, mit 60 bis 70 deutlich höher ein. Die Zahl nimmt nach Einschätzung von Verbandschef Christian Buse weiter zu. Viele Apotheken agieren laut Buse über Preissuchmaschinen im Internet. Daten zu Marktanteilen gebe es nicht.

In einer Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IfH) gaben 5,1 Prozent der befragten Apotheker an, zumindest einen Teil ihres Umsatzes online zu generieren. Dennoch schenken immer noch viele Apotheker dem Internet gar keine Aufmerksamkeit: Mehr als 30 Prozent haben dem IfH zufolge keine eigene Website.

Laut IfH-Umfrage haben viele Apotheker Zweifel an der Sicherheit und glauben nicht, dass ihre Kunden einen Internetanschluss besitzen oder Arzneimittel online bestellen wollen.

Bei den Apothekern hat das Internet laut IfH einen geringeren allgemeinen Stellenwert als in anderen Branchen. Auf einer Skala von 1 bis 7 bewerteten die Pharmazeuten den Zusatznutzen hinsichtlich Kundenbindung lediglich mit 2,65 Punkten, der gesamt Einzelhandel votierte mit 3,87. Ähnlich lagen die Verhältnisse bei den Zielen Kundenakquisition und Erhöhung der Auswahl beim Einkauf.

Medikamente aus dem Versandhandel machten nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums im vergangenen Jahr 1 Prozent der Arzneimittelausgaben der Krankenkassen aus.

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