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Arzneimittelservice

AOK lässt Apotheker Medikation kontrollieren

Janina Rauers, 07. Mai 2010, 14:59 Uhr

  • Medikamente in die Apotheke: In Nürnberg bieten Pharmazeuten einen Arzneimittelcheck an.Foto: Elke Hinkelbein
Berlin -

Patienten in Nürnberg können seit einigen Tagen ihre Medikamente im Schuhkarton - oder alternativ eine Aufstellung aller Arzneimittel - in die Apotheken bringen. Die Pharmazeuten bieten zusammen mit der AOK einen Medikamentencheck an. Sie prüfen die Medikamente auf Wechselwirkungen, kontrollieren die Dosierungsstärken und geben Einnahmehinweise.

Jede zweite der insgesamt 141 Nürnberger Apotheken beteiligt sich an dem Pilotprojekt, das nach Angaben des örtlichen AOK-Chefs Norbert Kettlitz bundesweit einzigartig ist. Die AOK stattet die Apotheken mit Postern und Flyern aus, die Pharmazeuten bieten den Check kostenlos an.

„Die Resonanz ist gut“, sagt Apotheker Dr. Christian Führling, der das Projekt zusammen mit der AOK initiiert hat. Gleich am ersten Tag habe seine Apotheke vier Kunden auf vermeidbare Wechselwirkungen aufmerksam gemacht. Das Projekt rücke die Beratungsleistungen der öffentlichen Apotheken in das Bewusstsein der Menschen, so Führling gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Die teilnehmenden Apotheken dokumentieren die Check-Ergebnisse für die AOK. Ende Juni will die Krankenkasse mit der Auswertung beginnen. Anschließend könnte das Pilotprojekt auf Mittelfranken oder sogar ganz Bayern ausgeweitet werden. Die Kasse setzt nach eigenen Angaben auf Apotheken, weil diese sowohl Einblick in Verordnungen als auch in erworbene OTC-Medikamente der Patienten haben. Zudem sei die Hemmschwelle gering, sich in der Stammapotheke beraten zu lassen.

Falls das Projekt ausgeweitet wird, will sich der Bayerische Apothekenverband (BAV) bei der AOK für eine Vergütung der Beratungsleistung einsetzen: „Eine Honorierung ist wünschenswert“, sagte der stellvertretende BAV-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Schneider. Zunächst will der Verband die Projektergebnisse abwarten. Denn eine Ausweitung sei nur sinnvoll, wenn sich genügend Patienten an den Checks beteiligen und durch die Aktion eine signifikante Anzahl von Wechselwirkungen verhindert werden kann, so Schneider.

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