New York - Der amerikanische Pharmakonzern Merck & Co hat sich im Rechtsstreit um Folgen des 2004 vom Markt genommenen Schmerzmittels Vioxx laut US-Medien mit einem Großteil der Kläger auf eine Milliardenzahlung geeinigt. Die Beilegung der Fälle lasse sich Merck umgerechnet 3,29 Milliarden Euro kosten, berichten „Wall Street Journal“ und „New York Times“ am Freitag übereinstimmend. Grund für den Vermarktungsstopp seines damaligen Kassenschlagers Vioxx war eine Studie, derzufolge bei Patienten, die das Schmerzmittel mindestens 18 Monaten eingenommen hatten, ein erhöhtes Risiko für Herzprobleme bestand.
In den vergangenen Jahren hatte der US-Konzern immer darauf bestanden, jeden einzelnen der 27.000 Fälle vor Gericht zu verhandeln. Die Einigung sollte noch an diesem Freitag in New Orleans (Louisiana) bekanntgegeben werden, berichtete das „Wall Street Jornal“ unter Berufung auf informierte Quellen.
Seit Beginn der Gerichtsverhandlungen hat Merck 11 Klagen gewonnen und fünf verloren. Im dritten Quartal verbuchte Merck in Zusammenhang mit den Gerichtsverfahren eine Belastung von 160 Millionen Dollar. Zuletzt lagen die Rückstellungen für Anwaltskosten in Zusammenhang mit Vioxx laut Merck bei 720 Millionen Dollar.
Im Jahr vor dem Stopp erwirtschaftete Merck & Co mit Vioxx einen Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar. In diesem Frühjahr lehnte die US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung des Vioxx-Nachfolgemedikaments Arcoxia ab.
dpa, Freitag, 09. November 2007, 14:35 Uhr
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