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WISSENSCHAFT

IMMUNSTIMULATION

Bayer prüft individuellen Impfstoff

Berlin  -  In den USA wird ein personalisierter Impfstoff getestet, der in einer Tabakpflanze synthetisiert wird. Zwanzig Patienten mit einem Non-Hodgkin-Lymphom werden für die klinische Phase-I-Studie mit dem für sie individuell hergestellten Vakzin behandelt. Mit der Therapie soll nach Angaben des Pharmakonzerns Bayer das Immunsystem nach einer Chemotherapie aktiviert und eine Remission der Erkrankung hinausgezögert werden.

Beim Non-Hodgkin-Lymphom nimmt die Zahl der Lymphozyten durch ungehemmte Teilung stark zu. Die erkrankten Lymphozyten können durch ein spezifisches Oberflächenprotein – ein so genannten Idiotyp – charakterisiert werden. Das Protein, das sich von Patient zu Patient unterscheidet, wird bei der aktiven Immuntherapie isoliert, in Tabakpflanzen vermehrt und dem Patienten als Antigen injiziert.

Ziel ist es, dass der Körper Antikörper gegen die Oberflächenproteine bildet. In der klinischen Studie sollen humorale und zelluläre Immunantwort geprüft werden. Dafür erhalten die Probanden sechs subkutane Injektionen innerhalb von einem halben Jahr.

Mit Hilfe von Tabakpflanzen könnten schnell rekombinante Proteine erzeugt werden, so Bayer. Die Pflanzen selbst werden dabei nicht gentechnisch verändert. Vielmehr wird der Bauplan für das gewünschte Produkt mit einem Agrobakterium in die Pflanze eingeschleust. Aus den Blättern ḱann dann der Impfstoff isoliert werden. Die Pilotanlage der Bayer-Tochter Icon Genetics steht in Halle/ Saale.

APOTHEKE ADHOC, Donnerstag, 28. Januar 2010, 15:02 Uhr

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