zoom Kein Effekt oder methodische Fehler? Laut einer Studie kann Ginkgo biloba den geistigen Verfall nicht stoppen. Foto: Dr. Willmar Schwabe

Kein Effekt oder methodische Fehler? Laut einer Studie kann Ginkgo biloba den geistigen Verfall nicht stoppen. Foto: Dr. Willmar Schwabe

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Ginkgo kann geistigen Verfall nicht stoppen

Berlin  -  Die regelmäßige Einnahme von Ginkgo biloba-Extrakten kann den geistigen Verfall nicht stoppen. Das berichten US-Wissenschaftler im Fachmagazin JAMA (Journal of the American Medical Association). Die Forscher der Universität in Pittsburgh hatten über einen Zeitraum von sechs Jahren mehr als 3000 Personen beobachtet.

Die 72- bis 96-jährigen Studienteilnehmer waren zu Studienbeginn gesund oder litten bereits unter einem leichten kognitiven Verfall. Für die Langzeituntersuchung nahmen sie entweder zweimal täglich 120 Milligramm Ginkgoextrakt oder Placebo ein. Das Ergebnis: Trotz Einnahme des Phytopharmakons konnten der altersbedingte geistige Verfall sowie frühe Symptome der Demenz nicht gestoppt werden.

Nach Aussagen der Wissenschaftler handelt es sich bei Ginkgo um eines der meistverkauftesten pflanzlichen Arzneimittel in den USA und Europa. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass der Extrakt keinen Effekt auf die Entwicklung von Alzheimer und Demenz hat.

Für die Studie wurden Präparate des Herstellers Dr. Willmar Schwabe verwendet. In einer Stellungnahme wies das Unternehmen auf methodische Fehler der Auswertung hin: In der Studie sei ein kognitiver Abbau selbst in der Placebogruppe kaum zu erkennen. Die Teilnehmer zeigten trotz des hohen Alters außergewöhnlich geringe kognitive Verschlechterungen, so Schwabe.

Tebonin ist eines der Hauptprodukte der Firmengruppe, die 2008 rund 525 Millionen Euro umsetzte. Zur 1866 gegründeten Gruppe gehören mehr als 20 Tochterunternehmen und Unternehmensbeteiligungen, darunter die Deutsche Homöopathie-Union (DHU) und die Phytohersteller W. Spitzner, Farmasan und Bioplanta.

APOTHEKE ADHOC, Montag, 04. Januar 2010, 15:29 Uhr

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