Berlin - Das Schweinegrippevirus H1N1 kann bei Menschen mit einem abgeschwächten Immunsystem leichter mutieren und Resistenzen gegen den Neuraminidasehemmer Tamiflu (Oseltamivir) entwickeln als bei Personen mit einem intakten Abwehrsystem. Rund ein Drittel der gemeldeten 96 weltweiten Fälle von Oseltamivir-Resistenzen sind laut Weltgesundheitsorganisation WHO bei Patienten aufgetreten, die entweder mit Chemotherapeutika oder Immunsuppressiva therapiert worden waren.
Aktuell sind auf zwei Krankenhausstationen in Wales und dem amerikanischen Bundesstaat North Carolina Resistenzen bei insgesamt zwölf Patienten aufgetreten, die sich mit dem Virus H1N1 infiziert hatten. Bei allen Viren handelte es sich um die so genannte Mutation H275Y. Die Viren sind dann zwar nicht mehr sensibel gegenüber Oseltamivir. Zur Therapie kann jedoch Zanamivir zum Einsatz kommen.
Die WHO geht davon aus, dass die mutierten Viren auf den betroffenen Stationen von einem Patienten auf den anderen übertragen worden sind. Allerdings habe sich kein Personal infiziert. Daher wird angenommen, dass das veränderte Virus nicht leicht auf gesunde Personen übertragbar ist, berichtet die Behörde. Die WHO empfiehlt, bei auftretenden Resistenzen die Behandlung der Schweinegrippe auf Zanamivir umzustellen.
APOTHEKE ADHOC, Donnerstag, 03. Dezember 2009, 12:16 Uhr
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