Berlin - Die Entscheidung, ob ein- oder zweimal gegen die Schweinegrippe geimpft werden muss, steht noch aus. Aktuelle Studien des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK), der das in Deutschland verimpfte Pandemrix produziert, lege nahe, dass eine einmalige Impfung ausreicht.
GSK führt derzeit kleinere Studien zur Verträglichkeit und immunogenen Aktivität von Pandemrix mit Personen verschiedener Altersgruppen durch. Nachdem bereits im September Zwischenergebnisse gezeigt hatten, dass der Antikörpertiter bei 98 Prozent der 18- bis 60-jährigen Studienteilnehmer schon nach der ersten Anwendung ausreichend hoch ist, berichtet der Hersteller nun über Ergebnisse bei Kindern und älteren Menschen.
In einer belgischen Studie wurde der Impfstoff an 120 Personen über 60 Jahren getestet. In dieser Altersgruppe ist die Immunantwort oft nicht mehr so ausgeprägt. Allerdings erreichten rund 88 Prozent der Probanden die von den Behörden geforderte Seroprotektion. Bei einer Studie unter spanischen Kindern im Alter zwischen sechs und 36 Monaten erreichten sogar 100 Prozent ausreichend hohe Antikörperwerte.
Die Daten werden der Europäischen Arzneimittelbehörde EMEA zur Verfügung gestellt. Die EMEA hatte in ihrer Zulassungsempfehlung Ende September zu einer zweifachen Impfung geraten, aber in Aussicht gestellt, die Empfehlung zu ändern. Nach Angaben von GSK wurden mit Pandemrix in Europa bislang rund eine halbe Million Menschen geimpft.
Im Laufe der kommenden Wochen soll in Deutschland entschieden werden, ob eine zweite Impfung notwendig ist. Bislang erhalten Personen im Alter von 10 bis 60 Jahren zunächst nur eine Einmaldosis von 0,5 Millilitern.
Yvette Meißner, Mittwoch, 28. Oktober 2009, 14:54 Uhr
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