Berlin - Nach Meldungen von Leberschäden bei Patienten, die das Schlankheitsmittel Orlistat eingenommen haben, untersucht die US-amerikanische Arzneimittelagentur FDA derzeit die Sicherheit der Medikamente Xenical (Roche) und Alli (GlaxoSmithKline). In den Jahren 1999 bis 2008 seien 32 Fälle von Leberschäden gemeldet worden, teilte die FDA mit.
Am häufigsten wurden Gelbsucht, Müdigkeit und Bauchschmerzen beobachtet. Bei 27 Patienten machten die Beschwerden einen Krankenhausaufenthalt notwendig, in sechs Fällen kam es sogar zu Leberversagen. 30 Berichte stammten von Xenical-Patienten außerhalb der USA, zwei Fälle gingen auf amerikanische Alli-Anwender zurück.
Bislang ist laut FDA aber keine klare Verbindung zwischen den Leberschäden und Orlistat erkennbar. Patienten sollten Xenical und Alli deshalb weiterhin wie verordnet oder empfohlen einnehmen. Die Behörde will nun weitere von den Unternehmen gemeldete Verdachtsfälle in ihre Überprüfung mit einbeziehen.
GlaxoSmithKline teilte mit, es gebe keinen Beweis dafür, dass Alli Leberschäden verursache. Übergewichtige Menschen seien generell prädisponiert für Lebererkrankungen. Zudem wirke Orlistat im Gastrointestinaltrakt.
Das verschreibungspflichtige Xenical wurde 1998 in Europa und ein Jahr später in den USA zur Behandlung der Adipositas zugelassen. Es enthält 120 Milligramm des Wirkstoffs Orlistat, der die Fettresorption hemmt. Die OTC-Variante Alli mit der Hälfte des Wirkstoffs pro Kapsel ist in den USA seit 2007 und in Europa seit 2009 auf dem Markt.
APOTHEKE ADHOC, Dienstag, 25. August 2009, 10:45 Uhr
Großbritannien: Apotheken stolpern durch Alli-Test
OTC-Produkte: Glaxo punktet mit Alli
EMEA-Empfehlung: Orlistat bald ohne Rezept?
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